Ungarn hat den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten gleich zu Beginn des Jahres genutzt. Die staatliche Schuldenmanagementagentur ÁKK platzierte Anfang Januar neue auf Euro lautende Staatsanleihen und folgt damit ihrer Strategie, einen Großteil der Fremdwährungsfinanzierung früh im Jahr abzuwickeln.
Konkret brachte die ÁKK am Mittwoch zwei Anleihen mit Laufzeiten von sieben und zwölf Jahren auf den Markt. Beide Titel sind in Euro denominiert. Nach Angaben von Reuters könnte es sich bei der zwölfjährigen Anleihe um eine grüne Anleihe handeln. Die endgültige Preisfestsetzung sollte im Tagesverlauf erfolgen und hängt von der Nachfrage institutioneller Investoren ab, berichtete das Finanzportal Portfolio.hu.
Das Emissionsvolumen wurde zunächst nicht veröffentlicht. Es soll sich flexibel an der Marktnachfrage orientieren. Weitere Fremdwährungsanleihen im Jahresverlauf schließt die ÁKK nicht aus.
Renditen, Spreads und Finanzierungsziele
Vorgesehen ist eine siebenjährige Euro-Anleihe mit Fälligkeit im Mai 2033 sowie eine zwölfjährige Anleihe mit Laufzeit bis März 2038. Für die längere Laufzeit behält sich die Schuldenagentur ausdrücklich eine Klassifizierung als grüne Anleihe vor.
Die vorläufigen Richtpreise deuten darauf hin, dass die siebenjährige Anleihe mit einem Aufschlag von rund 190 Basispunkten über dem Euro-Midswap-Satz bepreist werden könnte. Für die zwölfjährige Laufzeit liegt der indikative Aufschlag bei etwa 220 Basispunkten. Der aktuelle Midswap-Satz beträgt rund 2,67 Prozent für sieben Jahre und 2,97 Prozent für zwölf Jahre. Daraus ergeben sich Zielrenditen von etwa 4,5 beziehungsweise 5,2 Prozent. Bei hoher Nachfrage könnten sich die Spreads im Laufe des Tages noch verengen.
Der Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Finanzierungsplan der ÁKK sieht für 2026 ein Bruttofinanzierungsziel in Fremdwährung von 9,6 Milliarden Euro vor. Netto sollen 6,6 Milliarden Euro aufgenommen werden. Darin enthalten sind rund 2 Milliarden Euro aus einem möglichen EU-SAFE-Kredit, der noch der Genehmigung bedarf.
Mit der Emission steigt der Anteil der Fremdwährungsschulden an den gesamten ungarischen Staatsschulden. Ende 2025 lag der Dreimonatsdurchschnitt bei 29,9 Prozent. Die ÁKK erlaubt inzwischen eine Bandbreite von plus/minus drei Prozentpunkten um den Zielwert von 30 Prozent. Nach der jüngsten Investorenpräsentation dürfte der Anteil der Fremdwährungsschulden bis zum Jahresende auf rund 31,2 Prozent steigen.
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