Der ungarische Aktienmarkt gehörte 2025 zu den stärksten weltweit. Der Leitindex BUX legte im Jahresvergleich um 40 Prozent zu, während der Nebenwerteindex BUMIX um 44 Prozent stieg. Das berichtete das Finanzportal Portfolio.hu nach einer gemeinsamen Pressekonferenz des Gouverneurs der Ungarischen Nationalbank (MNB), Mihály Varga, und des Vorstandschefs der Budapester Börse (BSE), Tibor Tóth, am 12. Januar.

Varga wertete die Entwicklung als Ausdruck der wirtschaftlichen Robustheit Ungarns. Zugleich verwies er auf strukturelle Defizite: Der Anteil der privaten Haushalte am Kapitalmarkt sei weiterhin gering – sowohl im EU-Vergleich als auch innerhalb Mittel- und Osteuropas. Zwar verfügten ungarische Haushalte über Finanzvermögen von rund 24 Billionen Forint (etwa 62 Milliarden Euro), doch nur rund drei Prozent der Ersparnisse seien in Aktien investiert.

Rallye getragen von Banken und Technologie

Auch geldpolitisch zeigte sich der Notenbankchef optimistisch. Die Inflation sei bis Ende 2025 unter vier Prozent gefallen, das Ziel von drei Prozent könne Anfang 2026 erreicht werden. Zudem habe sich der Forint stabilisiert, während das Bankensystem über eine solide Liquiditäts- und Kapitalbasis verfüge.

BSE-Chef Tóth verwies auf die außergewöhnliche Kontinuität der Kursgewinne: Bereits 2023 war der BUX um 38 Prozent gestiegen, 2024 um weitere 30 Prozent. Über drei Jahre ergibt sich damit ein durchschnittlicher Zuwachs von 36 Prozent – deutlich mehr als beim US-Index S&P 500 im selben Zeitraum.

Treiber der jüngsten Rallye waren vor allem Bank- und Technologiewerte. Die Aktie der Großbank OTP legte 2025 um mehr als 60 Prozent zu und erreichte ein Allzeithoch. Unter den Nebenwerten sorgte der Technologiekonzern 4iG für Aufsehen: Sein Kurs vervielfachte sich um mehr als das 4,5-Fache. Das Unternehmen strebt mittelfristig den Aufstieg zum fünften ungarischen Blue Chip an – neben OTP, Richter, Magyar Telekom und MOL.

Zu den größten Transaktionen des Jahres zählte die Kapitalerhöhung der MBH Bank, die größte Einzelhandelsaktienplatzierung seit einem Vierteljahrhundert. Aufmerksamkeit erregte zudem die erste Euro-Aktienemission von Shopper Park Plus. Das auf Einkaufszentren in Mittel- und Osteuropa spezialisierte Unternehmen nahm im November 100 Millionen Euro auf, um acht Einzelhandelsparks in Polen zu erwerben.

Der Jahresumsatz an der Budapester Börse überschritt 4,45 Billionen Forint (rund 11,5 Milliarden Euro). Der durchschnittliche Tagesumsatz stieg um 50 Prozent auf 18 Milliarden Forint. Tóth betonte, die Kursgewinne seien fundamental unterlegt und nicht das Ergebnis überzogener Bewertungen. Im internationalen Vergleich würden ungarische Aktien weiterhin mit deutlichen Abschlägen gehandelt.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

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