Die zunehmende Wasserknappheit in Usbekistan beschleunigt den Umbau des Energiesektors. Die sich verschärfende Lage zwingt Regierung und Versorger, den Ausbau von Solar- und Windenergie voranzutreiben und die bisherige Wasserkraftstrategie zu überdenken.
Der staatliche Energieversorger Uzhydroenergo teilte am 5. Januar mit, dass die Stromerzeugung aus Wasserkraft im Jahr 2025 voraussichtlich um rund 20 Prozent auf 6,5 Milliarden Kilowattstunden sinken wird. Im Vorjahr hatte sie noch bei 8,1 Milliarden Kilowattstunden gelegen.
Als Hauptursache nannten die Behörden das wachsende Wasserdefizit. Energieminister Zhurabek Mirzamakhmudov erklärte laut der Nachrichtenagentur UPL, der Zufluss aus grenzüberschreitenden Flüssen und die Wasserstände in den Stauseen lägen 2025 rund 35 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Niedrige Pegel schränkten vor allem die Leistungsfähigkeit großer Wasserkraftwerke ein.
Uzhydroenergo verweist zugleich auf Effizienzgewinne im Betrieb. Trotz eines Rückgangs der verfügbaren Wasserressourcen um ein Drittel hätten neue Managementansätze und Modernisierungen zeitweise zu einer höheren Effizienz geführt, erklärte das Unternehmen.
Langfristig verliert die Wasserkraft jedoch deutlich an Bedeutung. Ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung sank von zehn Prozent im Jahr 2024 auf 7,3 Prozent im Jahr 2025. In den 2000er-Jahren hatte Wasserkraft noch bis zu 19 Prozent des Strommixes ausgemacht.
Parallel dazu wächst die Bedeutung anderer erneuerbarer Energien. Nach Angaben des Energieministeriums stieg die Stromerzeugung aus Solar- und Windkraft 2025 gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent. Mit rund 10,5 Milliarden Kilowattstunden hat sich ihre Produktion mehr als verdoppelt. Insgesamt nahm die Stromerzeugung aus allen Quellen um sechs Prozent zu.
Angesichts der schrumpfenden Wasserressourcen prüft die Regierung nun einen strategischen Kurswechsel. Minister Mirzamakhmudov deutete an, dass die Abhängigkeit von großen Wasserkraftwerken verringert werden soll. Stattdessen erwägt Usbekistan den Einsatz von Mikro-Wasserkraftgeneratoren entlang des rund 150.000 Kilometer langen Netzes aus Kanälen und Bewässerungssystemen. Diese Anlagen könnten die Stromversorgung in ländlichen Regionen verbessern, ohne zusätzliches Wasser zu verbrauchen – und kosten teils nur wenige hundert Dollar.
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