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Kirgisistan wirbt in Washington um Investoren
Kirgisistan · 15.04.2026

Kirgisistan wirbt in Washington um Investoren

Kirgisistan wirbt in Washington um Investoren und präsentiert mit Tamchy ein ehrgeiziges Sonderwirtschaftsprojekt am Issyk-Kul-See.

Kirgisistan sucht in den USA gezielt nach Kapital, Partnern und internationaler Sichtbarkeit. Bei einem Treffen im New Lines Institute in Washington präsentierten Vertreter des Wirtschaftsministeriums ihre Pläne für neue Investitionsprojekte – im Zentrum stand dabei eine Sonderwirtschaftszone am Issyk-Kul-See, die das Land als regionalen Innovationsstandort etablieren soll.

Das Projekt trägt den Namen Tamchy Special Investment Area. Nach Vorstellung der kirgisischen Regierung soll dort auf einer Fläche von fast 6000 Hektar ein neuer Wirtschaftsraum entstehen, der Unternehmen aus Bereichen wie Fintech, Logistik und Dienstleistungen anzieht. Der Bau des Komplexes begann bereits im Februar.

Die Regierung verbindet mit Tamchy hohe Erwartungen. Die Zone soll nach ihren Plänen mit regionalen Vorzeigeprojekten wie dem Astana Hub in Kasachstan und dem IT-Park in Taschkent konkurrieren – allerdings mit einer breiteren wirtschaftlichen Ausrichtung. Anders als reine Technologiestandorte soll Tamchy nicht nur Start-ups und Digitalfirmen anziehen, sondern ein vielseitiges Investitionsökosystem schaffen. Wie die Modelle in Astana und Taschkent soll auch Tamchy auf einem besonderen Rechtsrahmen basieren, der sich am englischen Common Law orientiert.

Tamchy als Schaufenster für einen neuen Investitionskurs

Für die kirgisische Führung ist das Projekt mehr als ein lokales Entwicklungsprogramm. Es soll zum Symbol eines wirtschaftspolitischen Neuanfangs werden. In den kommenden zehn Jahren will die Regierung dort 10.000 Arbeitsplätze schaffen und Tamchy zu einem Motor für Innovation, Investitionen und internationale Vernetzung machen.

Wirtschaftsminister Bakyt Sydykov stellte in Washington vier Bereiche in den Mittelpunkt der Investitionsstrategie: verarbeitendes Gewerbe, Energie und Wasserkraft, Handel und Konnektivität sowie Tourismus. Zugleich formulierte er ein ehrgeiziges Ziel: Das Pro-Kopf-BIP Kirgisistans soll sich bis 2030 verdoppeln. Angesichts des bisherigen Wachstumspfads erscheint dieses Ziel aus Sicht der Regierung erreichbar. Für 2025 wird das Pro-Kopf-BIP auf rund 2500 US-Dollar geschätzt, nachdem es 2021 laut Weltbank noch bei etwa 1350 Dollar lag.

Eine zentrale Rolle in dieser Strategie spielt weiterhin das Großprojekt Kambarata-1. Sydykov betonte, der Bau des Wasserkraftwerks verlaufe planmäßig. Mehrere multilaterale Entwicklungsbanken, darunter die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank, hätten Interesse an einer Finanzierung signalisiert. Die veranschlagten Kosten liegen bei rund vier Milliarden US-Dollar.

Energie, Wasser und Tourismus als zweite Säulen

Nach Darstellung der Regierung besitzt Kambarata-1 nicht nur nationale, sondern regionale Bedeutung. Kirgisistan arbeitet bei dem Vorhaben eng mit Kasachstan und Usbekistan zusammen. Sydykov hob hervor, das Projekt solle das empfindliche Gleichgewicht zwischen Wasserwirtschaft, Stromerzeugung und Landwirtschaft in Zentralasien nicht gefährden. Gerade in einer Region mit wachsendem Ressourcenbedarf und steigender Bevölkerung ist dieses Thema politisch und wirtschaftlich besonders sensibel.

Auch der Tourismussektor bleibt für Kirgisistan ein Schwerpunkt. Dort spürt das Land derzeit jedoch Gegenwind. Nach Angaben Sydykovs sind die Besucherzahlen aus dem Nahen Osten zuletzt deutlich zurückgegangen. Die Ursachen liegen in der angespannten Lage im Persischen Golf und den damit verbundenen Unsicherheiten für Reisende.

Langfristig hält Bischkek dennoch an seinen Plänen fest, den Tourismus stärker auszubauen. Dazu gehören Investitionen in Ferienanlagen ebenso wie neue Wintersportinfrastruktur mit mehr als 200 Kilometern Pisten. Die Regierung setzt darauf, dass Kirgisistan seine landschaftlichen Vorteile künftig wirtschaftlich stärker nutzen kann.

In Washington präsentierte sich das Land damit als kleiner, aber ambitionierter Standort, der nicht nur um Aufmerksamkeit wirbt, sondern um langfristige Investitionen. Ob diese Strategie aufgeht, wird davon abhängen, ob aus ambitionierten Konzepten tatsächlich belastbare Projekte werden.

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