Turkmenistan hatte sich ambitionierte Ziele gesetzt: Mit dem Beitritt zum Globalen Methanversprechen wollte das Land seine Emissionen deutlich senken. Neue Daten zeigen jedoch ein anderes Bild – und werfen Zweifel an der Wirksamkeit dieser Zusagen auf.
Analysen internationaler Forscher belegen, dass Turkmenistan weiterhin zu den größten Verursachern von Methanemissionen weltweit zählt. Besonders auffällig: Unter den größten bekannten Methanlecks dominieren Anlagen in dem zentralasiatischen Staat. Dabei gilt Methan als eines der klimaschädlichsten Treibhausgase – und Lecks könnten vergleichsweise einfach behoben werden.
Offizielle Stellen in Aschgabat hatten zuletzt erklärt, die Situation unter Kontrolle zu haben und Lecks schnell zu schließen. Doch unabhängige Auswertungen zeigen bislang keine substanziellen Fortschritte. Für Experten ist das frustrierend – zumal die technologischen Lösungen längst verfügbar wären.
Die Diskussion gewinnt zusätzliche Brisanz, weil Turkmenistan verstärkt auf den europäischen Gasmarkt schielt. Dort wachsen jedoch die Anforderungen: Die EU arbeitet an strengeren Grenzwerten für Methanemissionen bei importiertem Gas.
Satellitendaten machen die Problematik inzwischen sichtbar wie nie zuvor. Tausende erfasste Methanfahnen zeigen das Ausmaß der Emissionen – und erhöhen den internationalen Druck auf das Land.
