Zentralasien und europäische Partner wollen ihre Zusammenarbeit bei Wasser- und Energiefragen ausbauen. Darauf verständigten sich Vertreter mehrerer Länder und Institutionen beim Regionalen Ökologischen Gipfel 2026.
Im Mittelpunkt standen die Folgen des Klimawandels für die Region. Zentralasien ist besonders stark betroffen: Schmelzende Gletscher verändern Flussläufe, häufigere Dürren belasten Landwirtschaft und Wasserkraft, und die Risiken für Energie- und Ernährungssicherheit nehmen zu.
Ein Panel zu wirtschaftlichen Mechanismen der Wasser- und Energiekooperation brachte Vertreter aus Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan sowie internationale Organisationen, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure zusammen.
„Angesichts der Herausforderungen, vor denen wir stehen – Wasser, Energie und Klima – ist es wichtig, unsere Anstrengungen zu bündeln und zusammenzuarbeiten“, sagte Italiens Klima-Sondergesandter Francesco Corvaro. Gerade in Zentralasien seien die klimabedingten Belastungen besonders groß.
Stromhandel und regionale Netze im Fokus
Ein zentrales Thema war der Ausbau des regionalen Stromhandels. Dieser macht derzeit nur rund 4 Prozent des Verbrauchs aus. Gleichzeitig könnte sich die Stromnachfrage laut Weltbank bis 2050 verdreifachen.
Deshalb diskutierten die Teilnehmer ein neues Zehnjahresprogramm zum Aufbau eines ersten regionalen Strommarktes. Ziel ist es, Übertragungskapazitäten auszubauen, Netze besser zu verbinden und erneuerbare Energien stärker zu integrieren.
Kasachstans Vizeminister für Ökologie und natürliche Ressourcen, Nurlan Kurmalayev, betonte, dass europäische Beteiligung zusätzliche Investitionen und Technologien mobilisieren könne. „Die Teilnahme von Team Europa eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, Investitionen und Technologien anzuziehen“, sagte er.
Gemeinsame Antworten auf gemeinsame Risiken
Auch die EU sieht die Wasser- und Energiefragen als eng miteinander verbunden. EU-Sonderbeauftragter Eduards Stiprais erklärte, das Treffen habe das gemeinsame Engagement für koordinierte Lösungen bekräftigt.
„Wasser, Energie und Klima sind eng miteinander verknüpft und erfordern sektorübergreifende Antworten“, sagte Stiprais. Die Partner hätten zudem ihr Bekenntnis zum Pariser Abkommen bestätigt, einschließlich stärkerer Maßnahmen zur Minderung der Folgen und zur Anpassung an den Klimawandel.
Für Zentralasien geht es dabei nicht nur um Umweltpolitik. Die Zusammenarbeit bei Wasser, Energie und Klima wird zunehmend zu einer Frage regionaler Stabilität, wirtschaftlicher Entwicklung und langfristiger Versorgungssicherheit.
