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Armenien plant drittes internationales Drehkreuz
Armenien · 26.01.2026

Armenien plant drittes internationales Drehkreuz

Armenien setzt auf Flughafenausbau: 425 Millionen Dollar fließen in Infrastruktur, Kapazitätserweiterung und Servicequalität.

Armenien will seine Luftverkehrsinfrastruktur umfassend modernisieren. Die Regierung hat am 22. Januar Änderungen am bestehenden Flughafenkonzessionsvertrag gebilligt, die Investitionen in Höhe von rund 425 Millionen US-Dollar ermöglichen und den Ausbau des Regionalflughafens Sjunik in Kapan zu einem dritten internationalen Flughafen des Landes vorsehen.

Das Kabinett verabschiedete dazu eine Resolution zur Anpassung des Vertrags mit dem Flughafenbetreiber Corporación América aus Argentinien. Das Unternehmen betreibt bereits die wichtigsten Flughäfen Armeniens, darunter den internationalen Flughafen Swartnoz in Jerewan.

Konzession bis 2067 verlängert

Die überarbeitete Vereinbarung verlängert die Konzession bis zum 31. Dezember 2067. Im Gegenzug verpflichtet sich der Betreiber zu umfangreichen Kapitalinvestitionen. Ziel ist es, die Kapazitäten zu erhöhen, die Infrastruktur zu modernisieren und die Servicequalität im gesamten armenischen Flughafennetz zu verbessern.

Vizepremierminister Mher Grigoryan erklärte, die Änderungen ermöglichten es dem Flughafen Kapan, der bislang ausschließlich Inlandsflüge abwickelt, künftig internationale Verbindungen anzubieten. „Damit wird Armenien über einen dritten internationalen Flughafen verfügen“, sagte Grigoryan.

Neue Vertragsbedingungen und Investitionsschutz

Mit der Neufassung des Vertrags wurden mehrere Klauseln des ursprünglichen Abkommens gestrichen. Dazu zählen Garantien für eine Mindestrendite sowie das Recht auf eine unbefristete Verlängerung der Konzession. Regierung und Betreiber erklärten zudem, dass zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung keine gegenseitigen finanziellen Forderungen bestanden.

Auch die bisherigen Einschränkungen für den Betrieb des Flughafens Kapan wurden aufgehoben. Künftige Gebührenanpassungen sollen ausschließlich einmal jährlich erfolgen und an Inflationsindikatoren in Armenien, Europa und den USA gekoppelt sein.

Zugleich sieht der Vertrag einen Ausgleichsmechanismus vor: Sollte die Zahl der Passagiere an den armenischen Flughäfen zwei Jahre in Folge unter vier Millionen sinken, ohne dass der Betreiber dafür verantwortlich ist, kann eine zeitlich begrenzte Entschädigung über Tarifanpassungen erfolgen.

Masterplan bis Ende Januar erwartet

Der stellvertretende Minister für Gebietsverwaltung und Infrastruktur, Armen Simonyan, kündigte an, dass der Betreiber bis spätestens 31. Januar einen Masterplan für die anstehenden Projekte vorlegen werde. Der Großteil der Investitionen soll bis 2033 umgesetzt werden.

Nach Angaben der Regierung wird das Passagieraufkommen an Armeniens internationalen Flughäfen im Jahr 2025 voraussichtlich 5,75 Millionen erreichen. Das entspricht einem Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht aus Sicht der Regierung den wachsenden Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur.

Mit verbesserten Dienstleistungen und neuen Flugverbindungen will Armenien den Tourismus stärken und seine internationale Anbindung weiter ausbauen.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

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