Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Europäische Union weiten ihre Zusammenarbeit zur Förderung nachhaltiger Investitionen in den EU-Mitgliedstaaten aus, in denen die EBRD tätig ist. Wie beide Institutionen am Rande der EBRD-Jahrestagung 2026 in Riga bekannt gaben, wird das InvestEU-Programm um zusätzliche Garantien in Höhe von bis zu 478,4 Millionen Euro ergänzt. Darüber hinaus werden 11,4 Millionen Euro für Beratungs- und Unterstützungsleistungen bereitgestellt.
Ziel der Initiative ist es, Investitionen in nachhaltige Infrastruktur, grüne Technologien, Digitalisierung, Innovation sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu erleichtern. Die zusätzlichen Garantien sollen insbesondere risikoreicheren Projekten den Zugang zu Finanzierung ermöglichen, die unter normalen Marktbedingungen nur schwer Kapital erhalten würden.
Fokus auf grüne Infrastruktur und Digitalisierung
Die neuen Garantien ermöglichen es der EBRD, Projekte mit höherem Risiko zu finanzieren und dadurch zusätzliche private Investitionen zu mobilisieren. Ergänzend sollen die Beratungsleistungen Projektträger bei der technischen, rechtlichen und finanziellen Vorbereitung ihrer Vorhaben unterstützen.
Die EBRD zählt zu den wichtigsten Partnern des InvestEU-Programms. Bereits bisher wurden über das Programm Garantien von mehr als 470 Millionen Euro bereitgestellt, wodurch Investitionen von über 5 Milliarden Euro in Bereichen wie Energie, Verkehr, kommunale Infrastruktur, verarbeitendes Gewerbe, Agrarwirtschaft und natürliche Ressourcen ermöglicht wurden.
EBRD-Präsidentin Odile Renaud-Basso bezeichnete die Vereinbarung als weiteres Beispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen der Bank und der Europäischen Union. Die Partnerschaft ermögliche es, Investitionen gezielt zu mobilisieren und Unternehmen den Zugang zu dringend benötigten Finanzierungen zu erleichtern.
InvestEU soll Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken
EU-Kommissar Valdis Dombrovskis erklärte, dass die zusätzlichen Mittel dazu beitragen würden, Investitionen in strategisch wichtige Bereiche wie nachhaltige Infrastruktur, Digitalisierung, Forschung, Innovation und die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen anzukurbeln.
Zugleich verwies er auf die jüngsten Reformen des InvestEU-Rahmens, die das Programm effizienter, flexibler und benutzerfreundlicher machen sollen. Dadurch sollen die Wettbewerbsfähigkeit Europas gestärkt, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit erhöht und der Übergang zu einer klimafreundlichen Energieversorgung beschleunigt werden.
Die Ausweitung der Garantien unterstreicht die Bedeutung öffentlicher Förderinstrumente bei der Mobilisierung privater Investitionen und der Finanzierung langfristiger Transformationsprojekte innerhalb der Europäischen Union.

