Tausende Lastwagen mit Ziel Zentralasien sitzen derzeit in der aserbaidschanischen Hafenstadt Alat fest, nachdem Iran seine Grenzen geschlossen hat.
Normalerweise fahren Lkw aus der Türkei in den Nordiran und dann südlich des Kaspischen Meeres weiter nach Turkmenistan. Von dort aus können sie auch die anderen zentralasiatischen Staaten auf dem Landweg erreichen, berichtete Radio Ozodi am 16. April. Da diese Route derzeit nicht zur Verfügung steht, bleibt den Fahrern nur der Umweg über Aserbaidschan und die Überfahrt über das Kaspische Meer.
Nach Angaben des Senders warten einige tadschikische Händler und Fahrer, die Waren aus der Türkei und Europa nach Tadschikistan transportieren, bereits seit sechs Wochen auf eine Passage.
Der tadschikische Geschäftsmann Samandar erklärte, die langen Staus in Alat seien darauf zurückzuführen, dass Hunderte Lastwagen gleichzeitig versuchten, Fähren oder größere Schiffe zu erreichen. Die vorhandenen Kapazitäten reichten jedoch nicht aus, um so viele Fahrzeuge mit umfangreicher Ladung rasch zu befördern.
„Früher fuhren Lkw aus Europa und der Türkei über die iranische Grenze nach Turkmenistan. Diese Straße ist nun gesperrt, und alle wollen die Fährverbindung nutzen. Es gibt drei Fähren täglich, die jeweils bis zu 100 Lkw transportieren können. Täglich kommen etwa 300 bis 400 weitere Lkw hinzu. Alle warten also auf ihre Durchfahrt“, sagte er.
Aus mehreren zentralasiatischen Ländern gibt es inzwischen Berichte über steigende Verbraucherpreise. Als ein Grund gelten Lieferengpässe, die mit den anhaltenden Schwierigkeiten im Güterverkehr zusammenhängen.
