Erneuerbare Energien stellten Ende 2025 erstmals mehr als die Hälfte der installierten Stromerzeugungskapazität in Polen. Auch ihr Anteil an der tatsächlichen Stromproduktion überschritt zum ersten Mal die Marke von 30 Prozent. Das teilte das Ministerium für Klima und Umwelt am 17. Februar mit.
Zwischen 2020 und 2025 hat sich die Energiewende deutlich beschleunigt. Grüne Energiequellen spielen inzwischen eine wesentlich größere Rolle im Stromsystem. Die Emissionsintensität sank zeitweise auf rund 650 Gramm CO₂-Äquivalent pro Kilowattstunde. Vor wenigen Jahren lag sie noch bei etwa 800 Gramm.
Trotzdem bleibt Polen stark von Kohle abhängig. Steinkohle und Braunkohle decken weiterhin mehr als die Hälfte des Energiemixes ab. Damit zählt das Land noch immer zu den emissionsintensivsten Stromerzeugern der EU.
Eine tiefgreifende Verschiebung wird erst Anfang der 2030er-Jahre erwartet. Dann soll das erste polnische Kernkraftwerk in Betrieb gehen.
Solarboom treibt Ausbau
Der Ausbau der erneuerbaren Energien verlief rasant. 2020 machten sie 24,1 Prozent der installierten Gesamtleistung aus. Bis 2025 stieg dieser Anteil auf über 50 Prozent. Die Gesamtkapazität wuchs von 12.490 auf 37.777 Megawatt.
Besonders stark legte die Solarenergie zu. Die installierte Photovoltaik-Leistung stieg von 3.960 Megawatt im Jahr 2020 auf 24.808 Megawatt im Jahr 2025. Auch die Windkraft wurde ausgebaut. Ihre Kapazität erhöhte sich von 6.402 auf 10.550 Megawatt.
Auch die tatsächliche Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen nahm deutlich zu. 2020 lag sie bei 28.173 Gigawattstunden. Fünf Jahre später waren es 54.743 Gigawattstunden. Das entspricht nahezu einer Verdopplung.
Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromerzeugung stieg von 17,8 Prozent im Jahr 2020 auf 31,4 Prozent im Jahr 2025. Damit stammt inzwischen fast jede dritte in Polen produzierte Kilowattstunde aus grünen Quellen.
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