Die Inflation in Polen dürfte laut der neuesten Prognose der Nationalbank von Polen (NBP) bis Ende 2028 im Zielbereich bleiben. Das erklärte NBP-Gouverneur Adam Glapiński am 5. März bei der Vorstellung der aktuellen Projektionen.
Die Zentralbank erwartet, dass die jährliche Inflationsrate 2026 auf 1,6 bis 2,9 Prozent sinken wird. In der vorherigen Prognose vom November 2025 lag die Spanne noch zwischen 1,9 und 4 Prozent. Für das Jahr 2027 erwartet die NBP eine Inflationsrate zwischen 1,1 und 3,7 Prozent. Das ist etwas enger als die frühere Prognose von 1,1 bis 4,1 Prozent. Für 2028 rechnet die Zentralbank mit einer Inflationsrate zwischen 0,9 und 4 Prozent.
Der Mittelwert dieser Schätzungen liegt weiterhin im Zielkorridor der NBP. Die polnische Zentralbank strebt eine Inflationsrate von 2,5 Prozent an und erlaubt eine Abweichung von jeweils einem Prozentpunkt nach oben oder unten.
Geopolitische Risiken bleiben bestehen
Glapiński wies darauf hin, dass geopolitische Entwicklungen in den aktuellen Prognosen nur begrenzt berücksichtigt werden konnten. „Die Prognose berücksichtigt nicht die Folgen der Eskalation im Nahen Osten oder die Auswirkungen eines Angriffs auf den Iran. Abgesehen von möglichen höheren Treibstoffpreisen ist derzeit schwer abzuschätzen, welche wirtschaftlichen Folgen sich daraus ergeben könnten“, sagte der Zentralbankchef.
Auch die Perspektiven für die Kerninflation hätten sich verbessert, erklärte Glapiński. Diese Kennzahl gilt für die Zentralbank als wichtiger Indikator für den zugrunde liegenden Preisdruck. Nach Einschätzung der NBP dürfte die Kerninflation während des gesamten Prognosezeitraums nahe ihrem langfristigen Durchschnitt von etwa 2,5 Prozent bleiben.
Weitere Zinssenkung beschlossen
Die Aussagen des Zentralbankchefs folgten auf die jüngste geldpolitische Entscheidung der NBP. Der geldpolitische Rat der Nationalbank senkte am 4. März den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent.
Damit setzte die Zentralbank ihren Lockerungskurs fort. Zuvor hatte es eine zweimonatige Pause nach fünf aufeinanderfolgenden Zinssenkungen zwischen Juli und Dezember gegeben.
Im Jahr 2025 senkte die NBP die Zinsen insgesamt sechsmal um zusammen 175 Basispunkte, da sich die Inflation dem Zielbereich der Zentralbank annäherte.
Nach Angaben des polnischen Statistikamts GUS lag die jährliche Verbraucherpreisinflation im Januar bei 2,2 Prozent. Damit fiel sie um 0,2 Prozentpunkte niedriger aus als im Dezember.
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