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Polens Gold soll die Verteidigung stärken
Mitteleuropa · 12.03.2026

Polens Gold soll die Verteidigung stärken

Polen diskutiert neue Wege zur Finanzierung der Verteidigung – mit möglichen Mitteln aus den Goldreserven der Zentralbank.

Polens Zentralbank erwägt, einen Teil der stark gestiegenen Goldreserven indirekt für Verteidigungsausgaben zu nutzen. Notenbankchef Adam Glapiński erklärte am Dienstag, die Bank sei bereit, künftig aktiver mit ihren Goldbeständen zu arbeiten und Bewertungsgewinne aus dem Edelmetall für sicherheitspolitische Zwecke zu mobilisieren.

Nach Angaben der Nationalbank belaufen sich die nicht realisierten Wertsteigerungen der Goldreserven derzeit auf rund 197 Milliarden Złoty (etwa 46 Milliarden Euro). Dieses Potenzial könne – über mehrere Jahre verteilt – zur Finanzierung militärischer Investitionen beitragen.

Gold als Sicherheitsreserve – und als Finanzquelle

Der Vorstoß kommt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Präsident Karol Nawrocki muss bis zum 20. März entscheiden, ob er das Gesetz der Regierung zur Umsetzung des europäischen SAFE-Programms unterzeichnet. Das EU-Programm soll Mitgliedstaaten Kredite für gemeinsame Rüstungsbeschaffung bereitstellen.

Nawrocki, der politisch der nationalkonservativen Opposition nahesteht, kritisiert den europäischen Mechanismus scharf. Die Rückzahlung der Kredite reiche bis weit in die Zukunft, zudem befürchtet er stärkeren politischen Einfluss aus Brüssel.

Stattdessen schlägt der Präsident eine nationale Lösung vor: einen Verteidigungsinvestitionsfonds bei der staatlichen Entwicklungsbank BGK. Ein Teil der Finanzierung könnte aus den Wertgewinnen der polnischen Goldreserven stammen.

Zentralbank signalisiert Bereitschaft

Notenbankchef Glapiński erklärte, die Zentralbank sei grundsätzlich bereit, einen Teil dieser Gewinne zu realisieren. Das würde nicht bedeuten, dass die Reserven schrumpfen. Vielmehr würde lediglich ihre Zusammensetzung verändert.

„Wenn wir Gold verkaufen, tauschen wir es gegen Dollar“, sagte Glapiński. „Der Gesamtwert der Reserven bleibt gleich – nur ihre Struktur verändert sich.“

Die Idee: Ein Teil des Goldes würde verkauft, die Bewertungsgewinne würden in den Staatshaushalt oder in den vorgeschlagenen Verteidigungsfonds fließen. Später könnte die Zentralbank die gleiche Menge Gold wieder zurückkaufen.

Wachsende Goldreserven

Polen hat in den vergangenen Jahren seine Goldbestände deutlich aufgestockt. Ende Februar beliefen sie sich auf rund 570 Tonnen – ein Anstieg gegenüber 550 Tonnen Ende des Vorjahres. Langfristig strebt die Zentralbank sogar einen Bestand von 700 Tonnen an. Insgesamt liegen die Währungsreserven der Notenbank derzeit bei mehr als einer Billion Złoty, davon rund ein Drittel in Gold.

Der Vorschlag dürfte die politische Debatte weiter verschärfen. Die Regierung von Premierminister Donald Tusk setzt auf die europäische SAFE-Finanzierung, von der Polen rund 43 Milliarden Euro erhalten könnte – die größte Zuteilung innerhalb der EU.

Nawrocki und seine politischen Verbündeten warnen dagegen vor steigender Verschuldung und sehen die nationale Kontrolle über Verteidigungsinvestitionen gefährdet. Ob der Präsident das Gesetz letztlich unterzeichnet oder sein Veto einlegt, bleibt offen. Die Regierung hat bereits angekündigt, für diesen Fall alternative Finanzierungswege vorzubereiten.

Glapiński betonte, mögliche Goldtransaktionen würden vorsichtig und schrittweise erfolgen. Ziel sei es, Turbulenzen an den Finanzmärkten zu vermeiden und keine zusätzlichen Inflationsrisiken zu schaffen. Alle Maßnahmen würden im Rahmen des gesetzlichen Mandats der Zentralbank und im Einklang mit europäischem Recht umgesetzt.

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