Die polnische Industrie zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg im März auf 48,7 Punkte und signalisiert damit eine Abschwächung des Abwärtstrends – auch wenn der Wert weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50 bleibt.
Erstmals seit rund einem Jahr konnten die Hersteller ihre Produktion steigern. Damit endet eine längere Phase rückläufiger Aktivität. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage ein Problem: Die Auftragseingänge gingen erneut zurück – bereits den zwölften Monat in Folge. Allerdings verlangsamte sich der Rückgang im Vergleich zum Februar, was auf eine mögliche Bodenbildung hindeutet. Besonders die Exportnachfrage bleibt unter Druck.
Die schwache Auftragslage wirkt sich weiterhin auf den Arbeitsmarkt aus. Unternehmen bauten im März erneut Stellen ab – so stark wie seit Herbst 2023 nicht mehr. Viele Betriebe reagieren damit auf geringere Auslastung und anhaltende Unsicherheit.
Kosten steigen – Lieferketten unter Druck
Parallel dazu verschärft sich der Kostendruck deutlich. Steigende Energie- und Rohstoffpreise treiben die Inputkosten auf den höchsten Stand seit Ende 2022. Diese Entwicklung schlägt zunehmend auch auf die Verkaufspreise durch.
Hinzu kommen längere Lieferzeiten, die unter anderem auf geopolitische Spannungen und gestörte Handelswege zurückgeführt werden. Viele Unternehmen reduzieren daher ihre Lagerbestände und passen ihre Beschaffungsstrategien an. Trotz der Herausforderungen blicken viele Unternehmen vorsichtig optimistisch nach vorn. Sie setzen auf eine schrittweise Erholung der Nachfrage, neue Investitionen und die Erschließung zusätzlicher Märkte.
Analysten sehen die Branche jedoch an einem kritischen Punkt: Sollte der externe Druck anhalten, könnte sich die Lage weiter verschärfen. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Entwicklung, dass die Industrie eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Schocks besitzt.
