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Tschechische Industrie wächst langsamer
Mitteleuropa · 09.04.2026

Tschechische Industrie wächst langsamer

Tschechiens Industrie legt zu, kämpft aber mit nachlassender Dynamik. Bau und Wohnungsbau sorgen für positive Impulse.

Die Industrieproduktion in Tschechien ist im Februar um 1,3% gestiegen und hat damit weiter an Dynamik verloren. Nach einem Plus von revidierten 2,7% im Januar ist dies bereits der dritte Monat in Folge mit einer Abschwächung – trotz anhaltenden Wachstums seit November.

Positive Impulse kamen vor allem aus der Automobilindustrie sowie der Herstellung von Metallerzeugnissen. Dämpfend wirkte hingegen der Energiesektor: Insbesondere geplante Abschaltungen in Kraftwerken belasteten die Entwicklung.

Auch bei den Auftragseingängen zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Gesamtwert neuer Aufträge legte im Jahresvergleich um 1,6% zu, wobei die Nachfrage aus dem Ausland um 2,5% stieg. Die Inlandsaufträge gingen hingegen leicht um 0,3% zurück. Im Monatsvergleich sank das Auftragsvolumen deutlich um 6%, nachdem die Werte im Januar insbesondere in der Automobilindustrie ungewöhnlich hoch ausgefallen waren.

Das Wachstum der Neuaufträge wurde vor allem durch die Maschinen- und Anlagenbauindustrie getragen, insbesondere durch stärkere Nachfrage aus dem Energie- und Bausektor. Rückgänge gab es dagegen in der Automobilindustrie sowie in der Chemie-, Papier- und Textilbranche.

Parallel entwickelte sich die Bauwirtschaft deutlich dynamischer. Die Bauproduktion stieg im Februar um 4,1% gegenüber dem Vorjahr, nachdem sie im Januar noch rückläufig gewesen war. Im Monatsvergleich legte sie um 0,8% zu.

Treiber des Wachstums war vor allem der Hochbau, dessen Produktion um 7,8% zunahm. Der Tiefbau – einschließlich Infrastrukturprojekten wie Straßen-, Energie- und Telekommunikationsbau – verzeichnete hingegen einen Rückgang von 5,5%.

Auch die Bautätigkeit zog spürbar an: Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen stieg um 3,8%. Besonders stark entwickelte sich der Wohnungsbau, mit einem Anstieg der begonnenen Projekte um 45,9% und der fertiggestellten Einheiten um 20,8%.

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