Die Verbraucherpreise in Tschechien sind im April nach einer ersten Schätzung des tschechischen Statistikamtes CZSO im Jahresvergleich um 2,5 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legten sie um 0,5 Prozent zu.
Damit beschleunigte sich die Inflation weiter. Im März hatte sie noch bei 1,9 Prozent gelegen, nachdem sie im Februar mit 1,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren gefallen war. Seitdem nimmt der Preisdruck wieder zu. Beobachter rechnen damit, dass die Inflation in den kommenden Monaten weiter steigen könnte.
Kraftstoffpreise treiben Inflation
Hauptgrund für den Anstieg waren höhere Kraftstoffpreise. „Das Wachstum der Kraftstoffpreise war der wichtigste Grund für die Beschleunigung der Gesamtinflation im April“, sagte Miroslav Novák, Chefanalyst des Beratungsunternehmens Citfin, laut der tschechischen Nachrichtenagentur CTK.
Novák erklärte, die Kraftstoffpreise seien im Jahresvergleich um fast ein Viertel gestiegen. Die von der Regierung eingeführte niedrigere Verbrauchssteuer auf Diesel habe diesen Anstieg nur begrenzt abgefedert.
Die höheren Energie- und Kraftstoffpreise stehen im Zusammenhang mit den angespannten internationalen Märkten und Unsicherheiten im Nahen Osten. Diese Entwicklung wirkt zunehmend auch auf die tschechischen Verbraucherpreise.
Zentralbank dürfte abwarten
Trotz des erneuten Inflationsanstiegs erwarten viele Marktbeobachter, dass die Tschechische Nationalbank den Leitzins vorerst unverändert bei 3,5 Prozent belässt. Auf diesem Niveau liegt er seit Mai des vergangenen Jahres.
„Die Geldpolitik wird wahrscheinlich nicht sofort auf den aktuellen Anstieg der Inflation reagieren“, sagte David Marek, Chefökonom von Deloitte, gegenüber CTK. Zugleich betonte er, dass die Kombination aus externen Kostenschocks, einer lockereren Fiskalpolitik und wachsender Inlandsnachfrage genau beobachtet werden müsse.
Damit bleibt die Lage für die Zentralbank anspruchsvoll: Die Inflation liegt weiterhin nahe am Zielbereich, doch der Preisdruck nimmt wieder zu.


