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9.259 Złoty im Schnitt: Polens Löhne steigen um 5,6%, die Beschäftigung fällt um 0,8%
Mitteleuropa · 21.09.2026

9.259 Złoty im Schnitt: Polens Löhne steigen um 5,6%, die Beschäftigung fällt um 0,8%

Das durchschnittliche Bruttoentgelt im polnischen Unternehmenssektor erreichte im August 9.259,54 Złoty. Das sind 5,6% mehr als ein Jahr zuvor. Das polnische Statistikamt GUS veröffentlichte die Zahl am 21. September. Zum Mittelkurs der Nationalbank NBP vom selben Tag entspricht das rund 2.126 Euro.

Die Beschäftigung ging im selben Monat zurück. Im Unternehmenssektor arbeiteten 0,8% weniger Menschen als im August 2025. Gegenüber Juli sank die Zahl um 0,2%. Die Verbraucherpreise stiegen im August um 3,4%. Die Löhne wachsen damit um 2,2 Prozentpunkte schneller als die Preise.

Gegenüber Juli fiel das Bruttoentgelt nominal um 2,6%. Der Juli enthält in Polen regelmäßig Bonuszahlungen. Der Jahresvergleich bleibt deshalb der belastbare Wert.

Industrie holt auf, Erzeugerpreise ziehen stärker an

Die Industrieproduktion lag im August 4,3% über dem Vorjahresmonat. Ein Jahr zuvor meldete GUS nur ein Plus von 0,7%. Gegenüber Juli brach die Produktion um 7,5% ein. Saisonbereinigt bleibt ein Zuwachs von 3,0% zum Vorjahr und ein Rückgang von 1,2% zum Juli.

Von Januar bis August wuchs die Industrieproduktion um 3,5%. Im Vorjahreszeitraum waren es 2,0%. Die Erzeugerpreise der Industrie stiegen im August um 4,2%. Sie legen damit schneller zu als die Verbraucherpreise.

Der Bau trägt, die Haushalte zögern

Die Bauproduktion stieg im August um 6,7% gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber Juli fiel sie um 0,6%. Saisonbereinigt ergibt sich ein Plus von 4,3% zum Vorjahr und von 1,9% zum Juli. Die Erzeugerpreise im Bauwesen stiegen um 6,2%.

Von Januar bis August übergaben polnische Bauherren 4,5% mehr Wohnungen als ein Jahr zuvor. Der Index des Verbrauchervertrauens lag im September bei minus 10,8. Die Haushalte bewerten ihre Lage damit weiter negativ.

Die Notenbank hält still. Die Rada Polityki Pieniężnej beließ den Referenzzins am 9. September bei 3,75%. „Der Rat beschloss, die Zinssätze der NBP auf unverändertem Niveau zu halten“, teilte die NBP an diesem Tag mit. Der Lombardsatz liegt bei 4,25%, der Einlagensatz bei 3,25%.

Für deutsche Exporteure und Investoren verschiebt sich die Rechnung. Polen bleibt ein wachsender Absatzmarkt, doch der Kostenvorteil schmilzt. Die Löhne steigen um 5,6%, während die Belegschaften schrumpfen. Wer in Polen fertigen lässt, verhandelt für 2027 über höhere Sätze. Wer polnische Vorprodukte einkauft, trägt Erzeugerpreise, die um 4,2% zulegen. Der Bau dagegen liefert Aufträge: ein Plus von 6,7% öffnet deutschen Anbietern von Baustoffen und Anlagentechnik ein Fenster.

Quellen: Główny Urząd Statystyczny – GUS (PL), Narodowy Bank Polski – NBP (PL/EN).

SK, Frankfurt

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