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Ungarn verhandelt über rumänisches Schwarzmeergas
Mitteleuropa · 25.05.2026

Ungarn verhandelt über rumänisches Schwarzmeergas

Ungarn verhandelt über den Bezug von 1 Milliarde Kubikmetern Erdgas aus Rumäniens Neptun-Deep-Feld und treibt damit die Diversifizierung seiner Energieversorgung voran.

Die neue ungarische Regierung wird voraussichtlich innerhalb der nächsten Wochen über die Unterzeichnung eines Gasliefervertrags mit Rumänien entscheiden. Der Vertrag sieht jährliche Lieferungen von 1 Milliarde Kubikmetern Erdgas aus dem Offshore-Feld Neptun Deep im Schwarzen Meer vor, berichteten das ungarische Nachrichtenportal Index sowie mit den Verhandlungen vertraute Quellen am 23. Mai.

Die Förderung im Neptun-Deep-Feld soll 2027 beginnen. Ungarns jährlicher Erdgasverbrauch liegt bei rund 9 Milliarden Kubikmetern, von denen derzeit etwa 4,5 Milliarden Kubikmeter aus Russland stammen.

Das rumänische Gas würde 20 bis 25 % jener Mengen ersetzen, auf die Ungarn verzichten müsste, falls das EU-Programm REPowerEU ab Oktober 2027 den Import russischer Energie vollständig untersagt.

Quellen zufolge liegt der vereinbarte Preis für das rumänische Gas bereits auf einem Niveau, das mit den aktuellen russischen Lieferverträgen vergleichbar ist.

Die Verhandlungen wurden jedoch durch politische Veränderungen in beiden Ländern erschwert. Nach rumänischem Recht besitzt der Staat bei strategischen Geschäften ein Vorkaufsrecht. Die rumänische Übergangsregierung erklärte zwar ihre Absicht, dieses Recht auszuüben, verfügte jedoch nicht über die Befugnis, eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Die siebentägige Frist für eine Stellungnahme lief am 15. Mai ab. Daraufhin beantragte Rumänien eine Verlängerung bis Mitte Juni.

Nach Angaben von Quellen hat die ungarische Seite ihre Vorbereitungen für den Vertragsabschluss bereits abgeschlossen. Der staatliche Energiekonzern MVM erhielt demnach schon im März alle erforderlichen Genehmigungen.

Ministerpräsident Péter Magyar erklärte, die Europäische Union werde nach einem möglichen Ende des Ukraine-Krieges vermutlich wieder russisches Gas beziehen. Ungarn unterstütze grundsätzlich die Diversifizierung seiner Energieversorgung, müsse dabei jedoch die Wirtschaftlichkeit und die Energiekosten berücksichtigen.

Zugleich betonte er, dass Flüssigerdgas (LNG), das über die Ostsee sowie durch Polen und die Slowakei transportiert werde, deutlich teurer sei als Gaslieferungen aus Russland, Rumänien oder Österreich.

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