Die ungarische K&H Bank treibt ihre digitale Transformation weiter voran. Angesichts wachsender Erwartungen der Kunden investiert das Institut verstärkt in künstliche Intelligenz und digitale Plattformen, um Finanzdienstleistungen schneller, intuitiver und stärker personalisiert anzubieten.
Die Digitalisierung sei inzwischen eine der zentralen Säulen der Unternehmensstrategie, erklärte ein Sprecher der Bank. Sie betreffe nahezu alle Bereiche des Geschäfts – vom Kundenservice über Versicherungsprozesse bis hin zu internen Abläufen.
Bank und Versicherung in einer App
Ein wichtiger Schritt war die engere Verzahnung von Bank- und Versicherungsangeboten. Kunden können inzwischen viele Finanz- und Versicherungsangelegenheiten über eine einzige mobile Anwendung verwalten.
Intern beschreibt die Bank dieses Konzept als „Bankversicherung in der Hosentasche“. Ziel sei es, Dienstleistungen zu vereinfachen und sie stärker an den digitalen Alltag der Kunden anzupassen.
Dabei gehe es nicht um Technologie um ihrer selbst willen, betont die Bank. Vielmehr sei die digitale Transformation eine Reaktion auf veränderte Kundenerwartungen: Nutzer verlangten heute schnelle, transparente und nahtlose Finanzservices – ähnlich wie bei großen Onlineplattformen.
KI-Assistent übernimmt immer mehr Aufgaben
Eine zentrale Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz. Besonders sichtbar wird sie im digitalen Finanzassistenten „Kate“, den die Bank in den vergangenen Jahren aufgebaut hat.
Der KI-gestützte Assistent verfügt inzwischen über mehrere hundert Funktionen und kann zahlreiche Bankgeschäfte automatisiert erledigen. Rund 150.000 aktive Nutzer greifen regelmäßig auf den Dienst zurück.
Für das laufende Jahr rechnet die Bank mit rund 1,7 Millionen Interaktionen über den Assistenten.
Langfristig soll sich „Kate“ von einem digitalen Helfer zu einer persönlichen Finanzberaterin entwickeln, die Kunden aktiv bei Entscheidungen unterstützt.
Digitales Banking wird zum Standard
Der starke Ausbau digitaler Dienstleistungen spiegelt einen grundlegenden Wandel im Bankensektor wider. Finanzinstitute konkurrieren heute nicht mehr nur miteinander, sondern auch mit den Nutzererfahrungen großer Technologieplattformen.
Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Kunden an Geschwindigkeit, Personalisierung und Benutzerfreundlichkeit.
Nach Angaben der Bank sind inzwischen rund 80 Prozent der Kunden digital aktiv. Mehr als 700.000 Nutzer greifen regelmäßig auf Mobile Banking zurück.
Auch beim Vertrieb von Finanzprodukten gewinnen digitale Kanäle zunehmend an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der neuen Privatkonten wird online eröffnet, ebenso ein Großteil der Kredit- und Kreditkartenanträge.
Wachstum trotz hoher Investitionen
Parallel zur digitalen Transformation wächst auch das Kerngeschäft der Bank. Das Kreditportfolio legte im vergangenen Jahr um neun Prozent zu und entwickelte sich damit stärker als der ungarische Bankensektor insgesamt.
Das Einlagenvolumen stieg im gleichen Zeitraum um sechs Prozent.
In den ersten drei Quartalen des Jahres erzielte K&H einen Nettogewinn von 91 Milliarden Forint. Der Gewinn lag damit zwar unter dem Vorjahreswert, was die Bank unter anderem auf hohe IT-Investitionen und zusätzliche staatliche Abgaben zurückführt.
Nächste Phase der digitalen Transformation
In den kommenden Jahren will die Bank ihre digitalen Systeme weiter ausbauen. Im Fokus stehen insbesondere vollständig automatisierte Prozesse, stärker personalisierte Finanzservices und der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz.
Langfristig soll KI auch komplexere Aufgaben im Hintergrund übernehmen und Bankdienstleistungen stärker automatisieren.
Das Ziel sei ein Banking-Modell, das nicht nur auf Anfragen reagiert, sondern Kundenbedürfnisse frühzeitig erkennt und proaktiv passende Angebote macht.
Nachhaltigkeit bleibt strategischer Schwerpunkt
Neben der Digitalisierung spielt auch Nachhaltigkeit eine wachsende Rolle in der Strategie der Bank. Das Volumen nachhaltiger Kredite hat sich innerhalb eines Jahres auf mehr als eine Milliarde Euro verdoppelt.
Auch im Asset Management baut K&H nachhaltige Anlageprodukte aus. In entsprechenden Fonds verwaltet die Bank inzwischen Vermögen im Umfang von rund einer Billion Forint.
Für die Zukunft erwartet das Institut, dass künstliche Intelligenz, personalisierte Dienstleistungen und vollständig digitale Finanzprozesse die Entwicklung des Bankensektors maßgeblich prägen werden.
