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Erdoğan lockt Investoren mit Steuerfreiheit
Türkei · 28.04.2026

Erdoğan lockt Investoren mit Steuerfreiheit

Die Türkei will ausländische Investoren mit bis zu 20 Jahren Steuerfreiheit anziehen und Istanbul als Finanzzentrum stärken.

Die Türkei will internationale Investoren mit weitreichenden Steueranreizen anziehen. Präsident Recep Tayyip Erdoğan stellte am 24. April ein Paket vor, das ausländischen Investoren und vermögenden Privatpersonen bei einem Umzug in die Türkei unter bestimmten Bedingungen eine Steuerbefreiung von bis zu 20 Jahren gewähren soll.

Die türkische Regierung versucht damit, das Land stärker als regionalen Standort für Kapital, Handel und Fachkräfte zu positionieren. Besonders im Blick stehen Investoren, die angesichts der Unsicherheit im Nahen Osten nach alternativen Standorten suchen könnten. Zugleich bleibt die Türkei selbst mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert: Das Vertrauen vieler internationaler Anleger in Rechtsstaatlichkeit, Justiz und wirtschaftliche Stabilität gilt weiterhin als begrenzt.

Erdoğan stellte das Programm im Dolmabahçe-Arbeitsbüro in Istanbul unter dem Titel „Türkiye Century Strong Center for Investment Program“ vor. Er versprach, die Türkei zu einem globalen Anziehungspunkt für internationales Kapital, Handel und Talente zu machen.

Steuerfreiheit für neue Ansässige

Kern des Pakets ist eine neue Regelung für Personen, die in die Türkei umziehen. Wer in den vergangenen drei Jahren nicht in der Türkei steuerlich ansässig war, soll nach einem Zuzug 20 Jahre lang keine türkischen Steuern auf ausländische Einkünfte und Kapitalgewinne zahlen müssen. Besteuert würden nur Einkünfte, die innerhalb der Türkei erzielt werden.

Auch bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer plant die Regierung deutliche Vergünstigungen. Für diese Gruppe soll der Satz auf 1 Prozent begrenzt werden.

Zudem dürfte das Programm türkischen Staatsbürgern und Unternehmen ermöglichen, im Ausland gehaltene Vermögenswerte zu einem reduzierten Steuersatz in die Türkei zurückzuführen.

Erdoğan erklärte, die Türkei sei heute mehr als eine klassische Brücke zwischen Ost und West. Das Land sei vielmehr eine zentrale Basis für Energie- und Handelskorridore in der Region. Mit dieser Position wolle Ankara stärker wirtschaftlich punkten.

Vorteile für Exporteure und Transitgeschäfte

Das Paket sieht auch Entlastungen für Unternehmen vor. Exportierende Produktionsfirmen sollen künftig deutlich weniger Körperschaftsteuer zahlen. Der Satz würde von 25 Prozent auf 9 Prozent sinken. Andere exportierende Unternehmen sollen mit 14 Prozent besteuert werden.

Derzeit erhalten Exporteure lediglich eine Ermäßigung um 5 Prozentpunkte, Hersteller zusätzlich einen weiteren Prozentpunkt.

Auch im Transitgeschäft plant die Regierung stärkere Anreize. Gewinne aus Transitverkehr und grenzüberschreitender Handelsvermittlung sollen im Istanbuler Finanzzentrum vollständig von der Körperschaftsteuer befreit werden. Bisher gilt dort ein Abzug von 50 Prozent. Für Unternehmen außerhalb des Finanzzentrums sollen 95 Prozent der Gewinne aus Transitgeschäften steuerfrei bleiben.

Das Istanbuler Finanzzentrum auf der asiatischen Seite der Stadt wurde 2023 eröffnet. Dort sitzen unter anderem die Zentralbank, die Börse Borsa Istanbul und mehrere Aufsichtsbehörden. Die Regierung will das IFC langfristig als Konkurrenz zu Finanzzentren wie Dubai, London und anderen internationalen Standorten etablieren.

Die Türkei setzt dabei auch auf ihre geografische Lage. Das Land liegt an einem zentralen Punkt zwischen Europa, dem Südkaukasus, Zentralasien und China. Zugleich investiert Ankara in den Ausbau seiner Schieneninfrastruktur, um die Güterverkehrskapazitäten über den Bosporus deutlich zu erhöhen.

Ob die neuen Steueranreize ausreichen, um große internationale Investoren in größerem Umfang anzuziehen, bleibt offen. Die finanziellen Vorteile sind erheblich. Entscheidend wird jedoch sein, ob die Türkei auch bei Rechtssicherheit, Währungsstabilität und institutionellem Vertrauen überzeugen kann.

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