Aksa Enerji baut sein Afrika-Geschäft weiter aus – und legt bei der Finanzierung nach. Das an der Börse in Istanbul notierte Energieunternehmen erhält von der Africa Finance Corporation einen Kredit über 300 Millionen US-Dollar mit einer Laufzeit von sechs Jahren. Mit dem frischen Kapital will Aksa seine Kraftwerksinvestitionen auf dem afrikanischen Kontinent vorantreiben.
Für das Unternehmen ist es bereits die zweite große Finanzierung durch die AFC. Schon 2025 hatte Aksa einen siebenjährigen Kredit über 150 Millionen US-Dollar erhalten, damals zur Finanzierung von Investitionen in afrikanische Erdgaskraftwerke. Mit der neuen Vereinbarung steigt das gesamte ausstehende Kreditvolumen gegenüber der Institution damit auf 450 Millionen US-Dollar.
Aksa verfolgt in Afrika seit Jahren einen konsequenten Expansionskurs. Derzeit betreibt das Unternehmen dort drei Anlagen: ein Kraftwerk in Ghana mit 370 Megawatt auf Gas- und Flüssigbrennstoffbasis sowie zwei weitere Anlagen in Mali und Madagaskar mit 60 beziehungsweise 66 Megawatt, die mit Flüssigbrennstoffen arbeiten.
Afrika bleibt der Wachstumsschwerpunkt
Der nächste Ausbauschritt ist bereits geplant. Im Jahr 2026 will Aksa neue Erdgaskraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 724 Megawatt in Betrieb nehmen. Vorgesehen sind Projekte in Ghana, Gabun, Senegal und Kasachstan. Allein in Ghana soll eine Anlage mit 145 Megawatt entstehen.
Hinzu kommen weitere Vorhaben in Burkina Faso und im Kongo, wo das Unternehmen Kraftwerksprojekte mit einer Leistung von 119 beziehungsweise 50 Megawatt entwickelt. Damit unterstreicht Aksa, dass Afrika für den Konzern nicht nur ein Ergänzungsmarkt ist, sondern ein zentrales Wachstumsfeld.
Parallel wächst das Geschäft mit erneuerbaren Energien
Während Aksa in Afrika vor allem auf konventionelle und gasbasierte Stromerzeugung setzt, treibt das Unternehmen in der Türkei zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Im vergangenen Jahr erhielt Aksa von der türkischen Industrieentwicklungsbank TSKB einen Kredit über 80 Millionen US-Dollar mit einer Laufzeit von elf Jahren. Das Geld ist für Investitionen in zwei Solarkraftwerke in Kirsehir Alic und Gaziantep Pamuk vorgesehen, jeweils ergänzt um gleich große Speicherkapazitäten. Der Kredit enthält eine einjährige tilgungsfreie Phase.
Inzwischen betreibt Aksa in der Türkei 13 Solar- und Windkraftprojekte mit Speicherlösungen in zehn Provinzen. Zusammen kommen sie auf eine Leistung von 891 Megawatt. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über ein eigenständiges Speicherprojekt mit 50 Megawatt. Nach Abschluss der laufenden Vorhaben will Aksa die Marke von einem Gigawatt erneuerbarer Erzeugungskapazität in der Türkei erreichen.
Ein breit aufgestellter Energiekonzern
Aksa Enerji wurde 1997 gegründet und gehört zur Kazanci Holding des Unternehmers Ali Metin Kazanci. Der Konzern ist nicht nur in der Stromproduktion aktiv, sondern betreibt über Aksa Dogalgaz auch Gasnetze in der Türkei und über Aksa Elektrik Stromnetze. Über seine Tochtergesellschaften ist das Unternehmen auch im Ausland präsent – etwa mit einem Stromnetz in der usbekischen Region Samarkand.
Ende 2025 verfügte Aksa über eine installierte Gesamtkapazität von 3 Gigawatt in sieben Ländern. Besonders stark ist der Konzern in Usbekistan vertreten, wo er drei Gaskraftwerke mit zusammen 1,2 Gigawatt betreibt. Hinzu kommen ein 900-Megawatt-Gaskraftwerk in Antalya, ein 270-Megawatt-Braunkohlekraftwerk in Bolu und ein 188-Megawatt-Heizölkraftwerk in Nordzypern.
Darüber hinaus exportiert Aksa Strom in den Irak und nach Georgien. Das Unternehmen baut damit Schritt für Schritt ein regional breit diversifiziertes Energieportfolio auf – mit Afrika als wachsendem Schwerpunkt und erneuerbaren Energien als zweitem strategischen Pfeiler.
