Butter kostete in Tschechien im August 38,8% weniger als ein Jahr zuvor. Haltbare Halbfettmilch verbilligte sich um 24,6%, Schweinefleisch um 23,7%. Das meldet das tschechische Statistikamt ČSÚ. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen trotzdem um 1,9% gegenüber dem Vorjahr, nach 1,7% im Juli.
Den Ausschlag gaben die Kraftstoffe. Sie verteuerten sich um 26,2%, im Juli waren es 16,8%. Der Verkehr insgesamt kostete 9,6% mehr als vor einem Jahr.
„Die Verbraucherpreise beschleunigten im August ihren Anstieg zum Vorjahr auf 1,9%. Der kräftige Anstieg der Kraftstoffpreise wurde teilweise durch den Rückgang der Lebensmittelpreise ausgeglichen. Diesel kostete an den Tankstellen im August durchschnittlich 44,98 Kronen je Liter, der höchste Wert seit Oktober 2022“, sagte Pavla Sedivá, Leiterin der Abteilung Verbraucherpreisstatistik im ČSÚ.
44,98 tschechische Kronen entsprechen rund 1,85 Euro. Die Tschechische Nationalbank stellte den Euro am 16. September mit 24,315 Kronen fest.
Lebensmittel ziehen den Index nach unten
Der Rückgang bei Lebensmitteln reicht breit. Geflügel kostete 8,3% weniger als vor einem Jahr, im Juli waren es 2,9%. Käse verbilligte sich um 5,2%, Margarine und ähnliche Erzeugnisse um 10,8%. Wurst und Räucherware drehten von plus 1,5% im Juli auf minus 0,4% im August.
Im Monatsvergleich zeigt sich eine Gegenbewegung. Haltbare Halbfettmilch verteuerte sich gegenüber Juli um 20,3%, Butter um 5,3%. Obst wurde 4,4% billiger, Kartoffeln 9,4%, Schweinefleisch 3,1%.
Dienstleistungen bleiben der Preistreiber
Waren kosteten insgesamt 0,2% mehr als vor einem Jahr, Dienstleistungen 4,5%. Mieten stiegen um 6,1%, Beherbergung um 6,8%, Gastronomie um 3,9%. Strom verbilligte sich um 11,2%, Erdgas um 4,8%.
Im europäischen Vergleich bleibt Tschechien niedrig. Der harmonisierte Index stieg um 1,5%, nach 1,3% im Juli. In Deutschland waren es 2,9%, in der Slowakei 3,1%, im Euroraum 3,3%. Die Inflationsrate im Zwölfmonatsdurchschnitt lag bei 2,0%.
Für deutsche Anbieter hat das zwei Seiten. Molkereien und Fleischverarbeiter treffen im tschechischen Handel auf fallende Regalpreise. Wer Butter, Milch oder Schweinefleisch liefert, verhandelt gegen Vorjahreswerte, die deutlich höher lagen. Die Margen geraten unter Druck. Billige Lebensmittel entlasten zugleich die Haushalte. Das frei werdende Geld fließt in andere Warengruppen, in Elektronik und in die Gastronomie. Wer Konsumgüter nach Tschechien verkauft, findet mehr Spielraum. Der teure Diesel wirkt dagegen: Speditionen reichen die Kosten weiter, Lieferungen aus Deutschland verteuern sich.
Quellen: Český statistický úřad (CS/EN), Česká národní banka (CS/EN), Eurostat (EN).
SK, Frankfurt


