Der Dienstleistungssektor in Kasachstan hat im Februar deutlich an Schwung verloren. Besonders stark brachen die Neuaufträge ein – so stark wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Das zeigt der aktuelle Einkaufsmanagerindex (PMI) von Freedom Holding und S&P Global.
Der Index für die Geschäftsaktivität fiel im Februar auf 48,0 Punkte, nach 50,5 Punkten im Januar. Damit rutschte er unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Wert signalisiert einen leichten Rückgang der Geschäftstätigkeit und markiert die stärkste Verschlechterung seit Februar 2023. In vier der letzten fünf Erhebungsmonate schrumpfte die Aktivität.
Auch die Neuaufträge gingen deutlich zurück. Viele Unternehmen berichteten von schwächerer Nachfrage. Gleichzeitig stiegen die Kosten weiter.
Als wichtigen Belastungsfaktor nennen Unternehmen die Mehrwertsteuererhöhung, die Anfang des Jahres eingeführt wurde. Sie treibt trotz leicht sinkender Inflation weiterhin sowohl die Inputkosten als auch die Verkaufspreise nach oben.
Auf die schwächere Nachfrage reagierten viele Dienstleister mit Stellenabbau. Damit machten sie die leichte Beschäftigungszunahme aus dem Januar wieder rückgängig.
Trotz der schwächeren Geschäftsentwicklung hat sich die Stimmung in der Branche leicht verbessert. Nach dem Tiefpunkt im Dezember blicken Unternehmen etwas optimistischer auf die kommenden Monate, auch wenn das allgemeine Geschäftsklima weiterhin gedämpft bleibt.
Yerlan Abdikarimov, Leiter der Finanzanalyse bei Freedom Finance Global, erklärte, der Dienstleistungssektor habe im Februar den stärksten Nachfragerückgang seit vier Jahren erlebt.
Im Januar hätten viele Unternehmen versucht, den steuerlichen Schock durch niedrigere Margen aufzufangen. Der aktuelle Rückgang bei Beschäftigung und Aktivität zeige jedoch, dass dieser interne Puffer weitgehend aufgebraucht sei.
Zwar habe sich die Gesamtinflation zuletzt leicht abgeschwächt, der Kostendruck bleibe jedoch hoch. Die Differenz zwischen Inputkosten und Verkaufspreisen habe sich 2026 im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen zwei Jahre mehr als verdreifacht. Das verdeutliche den wachsenden Margendruck bei gleichzeitig schwacher Nachfrage.
Gleichzeitig erwarten viele Unternehmen eine leichte Stabilisierung in den kommenden zwölf Monaten. Die Branche zeigt daher vorsichtigen Optimismus, während sie sich an das neue fiskalische Umfeld anpasst.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews
