Pakistan hat einen neuen Landkorridor für den Handel mit Zentralasien eröffnet – und bereits die erste Lieferung auf den Weg gebracht. Wie Zollbeamte der Zeitung The Express Tribune am 13. April mitteilten, wurde eine erste Exportladung von Karatschi nach Taschkent verschickt.
Die neue Route führt über iranisches Territorium und verbindet die pakistanischen Häfen am Arabischen Meer direkt mit Märkten in Turkmenistan, Usbekistan und perspektivisch weiteren Staaten der Region. Damit entsteht eine kürzere und stärker straßenbasierte Alternative zu bisherigen, oft komplexen Transportketten.
Neue Route soll Zeit und Kosten sparen
Nach Angaben der Behörden soll der Korridor vor allem die Transportzeiten verkürzen und die Kosten für Exporteure senken. Bisher mussten viele Lieferungen aufwendig über Seewege und mehrere Transitstationen abgewickelt werden.
Die erste Lieferung bestand aus gefrorenem Fleisch, das in Kühlfahrzeugen von Karatschi bis in die usbekische Hauptstadt transportiert wurde. Künftig sollen Waren verstärkt auch über den Hafen von Gwadar abgefertigt und anschließend über Iran weitergeleitet werden.
Sanaullah Abro, Direktor der Transitzollabteilung, bestätigte, dass der operative Betrieb bereits angelaufen ist. Weitere Lieferungen seien in Planung und würden schrittweise ausgeweitet.
Strategische Öffnung Richtung Zentralasien
Mit dem neuen Korridor verfolgt Islamabad ein klares strategisches Ziel: den besseren Zugang zu den Binnenmärkten Zentralasiens. Gleichzeitig will Pakistan seine Rolle als regionaler Logistikakteur stärken und die Auslastung seiner Häfen erhöhen.
Bei einer offiziellen Einführungszeremonie in Karatschi bezeichneten Vertreter von Behörden und Logistikunternehmen das Projekt als wichtigen Schritt für die regionale Integration. Der direkte Landweg über Iran könne bestehende Engpässe in überlasteten Häfen umgehen und den grenzüberschreitenden Warenverkehr beschleunigen.
Das neue Transportsystem setzt auf Lkw-Verkehre durch Iran. Dadurch lassen sich Bearbeitungszeiten verkürzen und Zollprozesse vereinfachen. Für viele Exporteure könnte der Korridor damit eine praktikable und wirtschaftlich attraktive Alternative darstellen.
Pakistan sieht in der neuen Route nicht nur eine logistische Verbesserung, sondern auch ein geopolitisches Signal: Das Land positioniert sich stärker als Brücke zwischen Südasien, dem Nahen Osten und Zentralasien – mit wachsender Bedeutung für regionale Handelsströme.
