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Goldboom in Usbekistan
Usbekistan · 08.04.2026

Goldboom in Usbekistan

Gold wird in Usbekistan zur neuen Sparform: Verkäufe steigen rasant, digitale Lösungen treiben den Trend weiter an.

Der Markt für Anlagegold in Usbekistan erlebt einen regelrechten Boom. Im Jahr 2025 verkauften Geschäftsbanken insgesamt 661 Kilogramm Goldbarren – mehr als achtmal so viel wie im bisherigen Jahresdurchschnitt. Selbst im Vergleich zu den kumulierten Verkäufen der Jahre 2020 bis 2024 liegt das Ergebnis noch einmal deutlich höher, wie aus Daten der usbekischen Zentralbank hervorgeht.

Insgesamt wurden 33.939 Goldbarren verkauft – mehr als in den vier Jahren zuvor zusammen. Seit Einführung des Programms im November 2020 summieren sich die Verkäufe auf rund 65.000 Barren mit einem Gesamtgewicht von etwa 1,2 Tonnen. Gleichzeitig bleibt auch der Rückkaufmarkt aktiv: Banken nahmen bislang rund 11.800 Barren mit einem Gewicht von gut 200 Kilogramm zurück.

Auffällig ist die Dominanz kleiner Stückelungen. Vor allem 5- und 10-Gramm-Barren treiben das Geschäft. Sie machen sowohl auf der Verkaufs- als auch auf der Rückkaufseite den Großteil des Handels aus. Größere Einheiten wie 50- oder 100-Gramm-Barren spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle – ein Hinweis darauf, dass Gold zunehmend als niedrigschwellige Sparform für breite Bevölkerungsschichten genutzt wird.

Die Dynamik hat sich zuletzt deutlich beschleunigt. Noch 2024 lag der Absatz bei 236 Kilogramm, bereits ein Vielfaches des früheren Durchschnitts. Der Sprung auf 661 Kilogramm im Folgejahr markiert nun eine neue Dimension der Nachfrage.

Ein wesentlicher Treiber ist die Entwicklung auf den globalen Märkten. Der Goldpreis hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt, und mit ihm die Attraktivität des Edelmetalls als Absicherung gegen Unsicherheit. Weltweit stieg die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen laut World Gold Council deutlich an. Auch in Usbekistan wenden sich Anleger verstärkt dem physischen Gold zu – nicht zuletzt vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und makroökonomischer Risiken.

Hinzu kommt ein klarer Renditevorteil gegenüber klassischen Sparprodukten. Während Bankeinlagen in Landeswährung oder US-Dollar vergleichsweise stabile, aber moderate Zinsen abwerfen, verzeichneten Goldinvestments in den vergangenen Jahren eine starke Wertentwicklung. Nach Verlusten zu Beginn der Dekade stiegen die Renditen ab 2022 deutlich an und erreichten zuletzt zweistellige Wachstumsraten.

Die Zentralbank warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen. Gold bleibt ein unverzinstes Anlagegut, dessen Wert ausschließlich von der Preisentwicklung auf den internationalen Märkten abhängt. Schwankungen können entsprechend stark ausfallen.

Das staatliche Goldprogramm, das im Juni 2020 gestartet wurde, hat die Grundlage für den Boom geschaffen. Es ermöglicht Privatpersonen, standardisierte Goldbarren direkt über Geschäftsbanken zu kaufen und zu verkaufen. Das Angebot wurde schrittweise erweitert, zuletzt um größere Stückelungen wie 100-Gramm-Barren.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist das Vertrauen in die Infrastruktur. Die Barren werden in manipulationssicheren Verpackungen ausgegeben, ausgestattet mit QR-Codes, Seriennummern und speziellen Sicherheitsmerkmalen. Auch der Rückverkauf ist klar geregelt: Bei unbeschädigter Verpackung erfolgt die Auszahlung in der Regel noch am selben Tag.

Parallel dazu hat sich auch das Vertriebsnetz ausgeweitet. Immer mehr Banken bieten Goldgeschäfte an, und die Zahl der Verkaufsstellen hat sich landesweit vervielfacht. Neue regulatorische Rahmenbedingungen erlauben zudem digitale Lösungen: Über mobile Anwendungen können Kunden Gold kaufen, verkaufen oder in sogenannten Metallkonten halten.

Diese elektronischen Konten ermöglichen Investitionen bereits ab 0,1 Gramm und senken damit die Einstiegshürden weiter. Gleichzeitig entfällt das Risiko der physischen Lagerung. Banken können ihre Preise flexibel an die internationalen Märkte anpassen, während Kunden Transaktionen vollständig digital abwickeln.

Allein im Jahr 2025 wurden auf diesen Konten knapp 170 Kilogramm Gold im Wert von rund 25,7 Millionen US-Dollar gehalten – ein weiteres Zeichen für die zunehmende Bedeutung des Edelmetalls im Finanzsystem des Landes.

Auch auf staatlicher Ebene bleibt Gold ein strategischer Faktor. So kaufte Usbekistan im Februar acht Tonnen Gold und zählt damit zu den weltweit größten Käufern. Der Boom auf dem Binnenmarkt fügt sich damit in eine breitere Entwicklung ein: Gold gewinnt im Land sowohl als Anlageinstrument für Privatpersonen als auch als Bestandteil der nationalen Finanzstrategie an Gewicht.

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