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Mehr Handel, größeres Defizit
Usbekistan · 01.04.2026

Mehr Handel, größeres Defizit

Usbekistans Außenhandel wächst, doch steigende Importe und fehlende Goldexporte treiben das Handelsdefizit deutlich nach oben.

Usbekistans Außenhandel ist mit Schwung ins Jahr 2026 gestartet – allerdings mit einer deutlichen Schieflage. Während das Gesamtvolumen wächst, öffnet sich die Lücke zwischen Importen und Exporten weiter.

In den ersten beiden Monaten des Jahres stieg der Außenhandelsumsatz auf 11,6 Milliarden US-Dollar – ein Plus von gut sieben Prozent im Jahresvergleich. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch stark steigende Importe, die um fast 30 Prozent auf über 8 Milliarden US-Dollar zulegten.

Damit weitete sich das Handelsdefizit auf 4,5 Milliarden US-Dollar aus – ein Wert, der die strukturellen Ungleichgewichte der usbekischen Wirtschaft deutlich macht.

Im Gegensatz dazu gingen die Gesamtexporte um mehr als 23 Prozent zurück. Ein wesentlicher Grund: Im Vergleich zum Vorjahr blieben Goldexporte nahezu vollständig aus – ein traditionell wichtiger Devisenbringer für das Land.

Ohne diesen Sondereffekt zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild: Die klassischen Warenexporte legten um 24 Prozent zu. Besonders gefragt waren Textilien, landwirtschaftliche Produkte sowie verarbeitete Güter.

Auch der Dienstleistungssektor entwickelte sich dynamisch. Die Exporte in diesem Bereich stiegen um über 25 Prozent, vor allem dank wachsender Einnahmen aus Tourismus und Transport.

China und Russland dominieren den Handel

Die Handelsstruktur bleibt stark konzentriert. China ist mit Abstand wichtigster Partner und macht mehr als ein Viertel des gesamten Außenhandels aus. Dahinter folgt Russland, das ebenfalls eine zentrale Rolle spielt.

Auch der Handel mit regionalen Partnern wie Kasachstan wächst spürbar. Gleichzeitig unterstreicht die breite Liste von rund 160 Handelspartnern Usbekistans zunehmende internationale Vernetzung.

Auffällig ist die Entwicklung im Energiesektor: Während die Exporte von Erdgas zurückgingen, schnellten die Importe von Treibstoffen und Gas deutlich nach oben. Besonders Gasimporte vervielfachten sich im Jahresvergleich. Dies deutet auf strukturelle Engpässe im Energiesystem hin – und erhöht gleichzeitig die Importabhängigkeit.

Die aktuellen Zahlen zeigen: Usbekistans Wirtschaft befindet sich in einem Transformationsprozess. Während neue Exportbereiche wachsen, bleibt die Abhängigkeit von einzelnen Rohstoffen und Importen hoch. Langfristig wird entscheidend sein, ob es gelingt, die Exportbasis zu verbreitern und das Ungleichgewicht im Außenhandel zu verringern.

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