Usbekistan hat seine Aktivitäten am Anleihemarkt deutlich ausgeweitet. Laut Avesta Investment Group verdoppelten sich die Emissionen von 21,3 Billionen Sum im Jahr 2023 auf 42,2 Billionen Sum im Jahr 2025.
Taschkent nutzt zunehmend Kredite in lokaler Währung, um das wachsende Haushaltsdefizit zu finanzieren. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von Auslandsschulden, während zugleich eine inländische Zinsstrukturkurve entsteht.
Staatsanleihen dominieren den Markt
Die Entwicklung hängt eng mit der Geldpolitik zusammen. Die Zentralbank hob den Leitzins 2022 auf 17 Prozent an, senkte ihn 2023/24 auf 13,5 Prozent und erhöhte ihn 2025 wieder auf 14 Prozent. Diese Schritte beeinflussten Anleihepreise, Renditen und das Anlegerverhalten.
Bis 2025 wuchs der Anleihemarkt auf rund 6 bis 7 Prozent des BIP, nach weniger als 3 Prozent im Jahr 2022. Staatsanleihen bleiben das wichtigste Instrument. Die Nachfrage kommt jedoch vor allem von inländischen Banken, was den Primärmarkt stabilisiert, aber die Investorenbasis begrenzt.
Die Renditen kurz- und mittelfristiger Staatsanleihen sanken 2025/26 auf etwa 11,5 bis 13 Prozent. Längerfristige Papiere rentieren dagegen weiterhin bei rund 16,5 bis 18,5 Prozent, da Anleger Laufzeit- und Inflationsrisiken einpreisen.
Auch die Außenposition des Landes verbesserte sich. Die internationalen Reserven stiegen von 34 Milliarden US-Dollar Ende 2023 auf rund 66 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. S&P und Fitch stuften Usbekistan auf „BB“ mit stabilem Ausblick hoch, Moody’s hält das Rating bei „Ba3“ mit positivem Ausblick.
Im Februar platzierte Usbekistan internationale Staatsanleihen über 1,5 Milliarden US-Dollar. Das Orderbuch erreichte 4,2 Milliarden US-Dollar. Die Emission umfasste Dollar-, Euro- und Sum-Anleihen. Ein Teil der Euro-Tranche wurde als grüne Anleihe für Umweltprojekte strukturiert.
Unternehmensanleihen holen auf
Auch Unternehmensanleihen wachsen, wenn auch von niedrigem Niveau. Das ausstehende Volumen erreichte im Februar 5,28 Billionen Sum und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Besonders aktiv waren Mikrofinanzinstitute.
Trotz des Wachstums bleiben Schwächen bestehen. Die Liquidität am Sekundärmarkt ist begrenzt, und die Investorenbasis bleibt konzentriert. Weitere Reformen sollen neue Handelsplattformen schaffen und den Zugang für Investoren erweitern.
Wenn diese Maßnahmen greifen, könnte Usbekistan seine Kapitalmärkte vertiefen und Unternehmen eine stärkere Alternative zur Bankfinanzierung bieten.
