Usbekistans Wirtschaft ist im ersten Quartal kräftig gewachsen. Nach vorläufigen Daten des nationalen Statistikkomitees stieg das Bruttoinlandsprodukt im Jahresvergleich um 8,7 Prozent. Das Wachstum war breit angelegt, wurde aber vor allem von Dienstleistungen und Bauwirtschaft getragen.
Das BIP erreichte 447,9 Billionen Sum, umgerechnet rund 37,23 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte es bei 372,8 Billionen Sum gelegen. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2024 waren es 276,9 Billionen Sum, im ersten Quartal 2023 noch 228,9 Billionen Sum.
Der Inflationsdruck blieb in den ersten drei Monaten spürbar. Der BIP-Deflator stieg im Jahresvergleich um 10,6 Prozent. Besonders deutlich fielen die Preissteigerungen in der Industrie mit 15,8 Prozent und in der Landwirtschaft mit 13,2 Prozent aus. Im Baugewerbe sowie im Transport- und IKT-Sektor blieb der Preisdruck mit 4,7 beziehungsweise 4,8 Prozent moderater.
Dienstleistungen bleiben wichtigster Sektor
Der Dienstleistungssektor blieb der größte Teil der Wirtschaft, auch wenn sein Anteil an der Bruttowertschöpfung leicht von 57,6 auf 56,2 Prozent zurückging. Die Wirtschaftsleistung des Sektors stieg dennoch um 8,8 Prozent auf 240,1 Billionen Sum.
Innerhalb des Dienstleistungsbereichs entwickelte sich das Wachstum unterschiedlich. Der Handel legte um 19,4 Prozent zu. Informations- und Kommunikationsdienstleistungen wuchsen um 18,3 Prozent, Transport- und Lagerdienstleistungen um 12,3 Prozent. Sonstige Dienstleistungen expandierten dagegen mit 4,4 Prozent deutlich langsamer.
Die Industrie stärkte ihre Position. Ihr Anteil am BIP stieg von 27,8 auf 29,2 Prozent. Die Produktion erhöhte sich um 8,0 Prozent auf 124,9 Billionen Sum. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom verarbeitenden Gewerbe, das um 9,1 Prozent zulegte.
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei wuchsen um 5,1 Prozent. Ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft ging leicht auf 8,4 Prozent zurück.
Bauwirtschaft wächst besonders stark
Das Baugewerbe war der am schnellsten wachsende wichtige Sektor. Es expandierte im Jahresvergleich um 15,0 Prozent auf 26,4 Billionen Sum. Besonders stark entwickelte sich der Hochbau mit einem Plus von 16,3 Prozent. Der Tiefbau legte um 10,1 Prozent zu, Spezialbauarbeiten um 14,0 Prozent.
Der Beitrag des Bausektors zum gesamten BIP-Wachstum lag bei 0,9 Prozentpunkten.
Trotz des starken Gesamtwachstums stieg das reale BIP pro Kopf nur um 6,7 Prozent und erreichte 11,7 Millionen Sum, umgerechnet rund 973 US-Dollar. Das zeigt, dass das Bevölkerungswachstum die Pro-Kopf-Zuwächse weiterhin dämpft.
Kleine Unternehmen trugen 45,6 Prozent zur gesamten Wertschöpfung bei und erwirtschafteten 194,8 Billionen Sum. Besonders stark ist ihre Rolle in der Landwirtschaft, wo sie 94,6 Prozent der Produktion ausmachen, sowie im Baugewerbe mit 77,0 Prozent. In der Industrie liegt ihr Anteil dagegen nur bei 21,8 Prozent.
Der Anteil der Schattenwirtschaft am BIP sank von 24,8 Prozent im Vorjahr auf 22,9 Prozent. Absolut belief er sich auf 102,7 Billionen Sum. Davon entfielen 15,4 Prozent des BIP auf Aktivitäten privater Haushalte und 7,5 Prozent auf die Schattenwirtschaft im engeren Sinne.
Die Daten deuten auf einen allmählichen Strukturwandel hin. Dienstleistungen dominieren weiterhin, doch Industrie und Bauwirtschaft gewinnen an Gewicht. Gleichzeitig unterstreichen die starken Zuwächse im Handel und bei digitalen Dienstleistungen die wachsende Bedeutung von Konsum und Technologie. IKT-Dienstleistungen machten bereits 3,2 Prozent des BIP aus, nach 3,0 Prozent im Jahr 2025 und 2,6 Prozent im Jahr 2024.
