Aserbaidschan exportierte von Januar bis August Waren für 21,8 Mrd. US-Dollar. Das sind 27,8% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Einfuhren sanken um 24,1% auf rund 11,4 Mrd. US-Dollar. Das meldet das Staatliche Zollkomitee des Landes. Der Handelsüberschuss erreichte 10,4 Mrd. US-Dollar. Er liegt damit mehr als fünfmal so hoch wie vor einem Jahr.
Öl liefert den Wert, nicht die Menge
Das Zollkomitee beziffert die Ölausfuhr auf 9,3 Mrd. US-Dollar. Das sind 10,6% mehr als im Vorjahr, ein Plus von 886 Mio. US-Dollar. Die Menge sank dagegen. Aserbaidschan lieferte 14,7 Mio. Tonnen Rohöl und Ölprodukte, 1,2 Mio. Tonnen weniger als zuvor. Der Wert steigt, obwohl das Volumen fällt.
Das Staatliche Statistikkomitee meldete am 9. September für Januar bis August ein BIP-Wachstum von 1,2%. Die Wirtschaft ohne Öl und Gas wuchs um 2,1%. Der Öl- und Gassektor schrumpfte um 0,8%. Die Verbraucherpreise lagen um 5,7% über dem Vorjahr. Der Einzelhandel setzte 3,9% mehr um. Wer Wachstum sucht, findet es also vor allem im Handel und in der Landwirtschaft.
Der Export jenseits des Öls wächst
Das Analysezentrum für Wirtschaftsreformen CAERC wertet die Ausfuhren jenseits des Öls aus. Ohne Gold wuchsen sie um 17,6% auf 2,81 Mrd. US-Dollar. Allein im August stiegen sie um 13% auf 350,8 Mio. US-Dollar. Kupfererze brachten 183,7 Mio. US-Dollar, Tomaten 172,2 Mio. US-Dollar. Die Zuckerausfuhr verdreifachte sich. Baumwollgarn legte um 62,2% zu, Aluminiumprodukte um 42,8%.
Die Agrarausfuhr stieg um 19,2% auf 732 Mio. US-Dollar. Die Agroindustrie legte um 22,1% auf 255,8 Mio. US-Dollar zu. Die Nicht-Öl-und-Gas-Ausfuhren erreichten laut AzerNews 6,28 Mrd. US-Dollar. Das sind 28,8% der Gesamtausfuhr, nach 14,1% im Vorjahr. Im Inland steigen die Lebensmittelpreise um 6,9%, im August sogar um 7,2%.
Wichtigster Abnehmer ist Russland mit 814,2 Mio. US-Dollar. Es folgen die Türkei mit 435 Mio. US-Dollar und Georgien mit 386,5 Mio. US-Dollar. Die Schweiz kommt auf 284,4 Mio. US-Dollar. Beim Gold nennt der Export-Report von CAERC diese Zahlen: „Aserbaidschan exportierte Gold im Wert von insgesamt 271,2 Mio. US-Dollar. Das sind 60,5 Mio. US-Dollar oder 28,7% mehr als im Vorjahreszeitraum.“ (Übersetzung)
Für deutsche Exporteure bedeutet das: Der Markt für Einfuhren schrumpft um fast ein Viertel. Warum die Importe so stark fallen, belegen die Daten nicht. Wer nach Baku liefert, prüft Aufträge und Zahlungsziele neu. Für deutsche Einkäufer öffnen sich Chancen bei Kupfererzen, Aluminium und Agrarprodukten, deren Ausfuhr wächst.
Quellen: Staatliches Zollkomitee Aserbaidschans (EN), Staatliches Statistikkomitee (EN), CAERC Export Review September 2026 (EN), AzerNews (EN)
SK, Frankfurt
