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Aserbaidschans Handelsüberschuss steigt auf 10,52 Mrd. US-Dollar: Einmalige Goldflüsse verzerren das Bild

Aserbaidschans Handelsüberschuss steigt auf 10,52 Mrd. US-Dollar: Einmalige Goldflüsse verzerren das Bild

Aserbaidschan erzielte von Januar bis September einen Handelsüberschuss von 10,52 Mrd. US-Dollar. Das Zollkomitee meldet Exporte von 23,87 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 28,3% zum Vorjahr. Die Importe sanken um 20,4% auf 13,35 Mrd. US-Dollar. Die Daten sind neun Tage alt, die Weltbank ordnet sie in ihrem Oktober-Bericht ein.

Gold verzerrt die Handelsbilanz

Die Weltbank nennt für Januar bis August: Exporte von 21,8 Mrd. US-Dollar, plus 27,8%. Die Importe fielen um 24,1% auf 11,4 Mrd. US-Dollar. Der Überschuss liegt bei 10,4 Mrd. US-Dollar. Nichtmonetäres Gold macht 3,7 Mrd. US-Dollar der Exporte aus. Es wurde größtenteils bis Juni gebucht und stammt aus der Umschichtung des Staatsfonds SOFAZ.

Die Weltbank schreibt dazu: „Der Umschwung spiegelt weiterhin einmalige Goldflüsse wider.“ Das Zitat stammt aus dem englischen Bericht und ist übersetzt. Die Nichtöl-Exporte erreichten laut Zollkomitee 6,65 Mrd. US-Dollar. Sie stellen 27,87% der Gesamtausfuhr.

Das Staatliche Statistikkomitee meldet für Januar bis September: Die Industrie ohne Öl und Gas wuchs um 5,4%. Transport und Lagerung legten um 10% zu, Informations- und Kommunikationsdienste um 11,1%. Das Gesamtvolumen des Außenhandels beträgt 37,21 Mrd. US-Dollar.

Wachstum schwach, Währung fest

Die Wirtschaft wuchs von Januar bis August um 1,2%, ermittelt die Weltbank. Im Juli lag der Wert noch bei 1,4%. Der Nichtöl-Sektor legte um 2,1% zu. Die Kohlenwasserstoffproduktion schrumpfte um 0,8%. Die Inflation lag im August bei 5,7% und damit im Zielband der Zentralbank von 4% plus/minus 2 Prozentpunkten.

Der Manat bleibt an den US-Dollar gebunden. Die Weltbank formuliert: „Der Wechselkurs bleibt faktisch bei 1,70 Manat je US-Dollar fixiert.“ Die Reserven der Zentralbank erreichten am 1. September mit 15,3 Mrd. US-Dollar ein Rekordniveau. Das sind 35,8% mehr als ein Jahr zuvor. Die strategischen Reserven insgesamt liegen laut Weltbank bei rund 91 Mrd. US-Dollar (Stand 24. September). Das Finanzministerium plant bis 2030 einen Nichtöl-Anteil von 82% an der Wirtschaftsleistung.

Konsequenz für deutsche Exporteure und Investoren

Die Importe sinken seit Monaten. Deutsche Lieferanten von Maschinen und Konsumgütern müssen mit schwächerer Nachfrage rechnen. Die feste Währung und die hohen Reserven senken das Zahlungsrisiko bei Lieferungen nach Baku. Wer investiert, sollte den Nichtöl-Sektor beobachten: Er wächst, während die Ölförderung schrumpft.

Quellen: State Customs Committee und State Statistical Committee (EN, über AzerNews), Weltbank Azerbaijan Monthly Economic Update Oktober 2026 (EN)

SK, Frankfurt

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