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Investitionen plus 10%: Aserbaidschan wirbt in Baku um Auslandskapital
Aserbaidschan · 25.09.2026

Investitionen plus 10%: Aserbaidschan wirbt in Baku um Auslandskapital

Aserbaidschan hat von Januar bis August 12,6 Mrd. Manat in Sachanlagen investiert. Das sind rund 6,5 Mrd. Euro und 10% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl stammt vom staatlichen Statistikkomitee Aserbaidschans. Nur 8,4 Mrd. Manat flossen in Branchen außerhalb von Öl und Gas. Dieser Teil wuchs um 1,4%.

Mit diesen Zahlen im Rücken eröffnete Baku am 25. September das zweite Azerbaijan International Investment Forum. Am ersten Tag unterzeichneten die Teilnehmer nach Angaben der Veranstalter zwölf Dokumente.

Wachstum kommt aus dem Nicht-Öl-Sektor

Die Gesamtwirtschaft wächst langsam. Das Bruttoinlandsprodukt erreichte von Januar bis August 87,7 Mrd. Manat, rund 45,4 Mrd. Euro. Real ist das ein Plus von 1,2% zum Vorjahr, meldete das Statistikkomitee. Die Wertschöpfung im Öl- und Gassektor sank um 0,8%. Der Nicht-Öl-Sektor legte um 2,1% zu.

Die Zentralbank Aserbaidschans hat ihre Prognose Ende Juli gesenkt. „Wir erwarten für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,5%“, sagte Zentralbankchef Taleh Kazimov am 31. Juli. Zuvor hatte die Notenbank 1,1% erwartet. Die EBRD ist optimistischer. Sie hält in ihrer Septemberprognose an 2% für 2026 und 2,5% für 2027 fest.

Die Banken verdienen gut. Ihr Nettogewinn stieg von Januar bis August um 22,7% auf 949,7 Mio. Manat, rund 490 Mio. Euro. Das geht aus Daten der Zentralbank hervor. Im Vorjahreszeitraum waren es 774,3 Mio. Manat.

Middle Corridor als Verkaufsargument

Wirtschaftsminister Mikayil Jabbarov stellte in seiner Rede den Transit in den Mittelpunkt. Er berief sich auf eine Studie der Weltbank aus dem Jahr 2023. Danach könnte sich der Handel über den Middle Corridor bis 2030 verdreifachen. Die Transportzeiten könnten sich halbieren, wenn die richtigen Investitionen kommen.

Laut Jabbarov ist die Infrastruktur entlang der Korridore fertig gebaut. Er nannte den Hafen Baku, die Bahnstrecke Baku–Tiflis–Kars, die Werft und die Kaspi-Frachtflotte. Die nächste Phase soll die Qualität der Dienstleistungen verbessern. Aserbaidschan investiert dafür mit Partnerländern in Digitalisierung und Logistikterminals.

Jabbarov betonte zudem die Energiebeziehungen. Aserbaidschan liefert Erdgas an 16 Länder, davon zehn in der EU. Die meisten ausländischen Unternehmen im Land reinvestieren ihre Gewinne vor Ort, sagte der Minister.

Was deutsche Unternehmen wissen müssen

Für deutsche Logistiker, Anlagenbauer und Softwareanbieter öffnet sich ein Markt. Baku sucht Partner für Terminals, digitale Zollabwicklung und Industrie entlang der Transitrouten. Die Infrastruktur steht, jetzt geht es um Betrieb und Effizienz. Investoren sollten die Abhängigkeit vom Ölpreis einrechnen. Der Nicht-Öl-Sektor wächst, aber mit gut 2% nur mäßig.

Quellen: State Statistical Committee of Azerbaijan (EN), Zentralbank Aserbaidschans (EN), EBRD Regional Economic Prospects September 2026 (EN), APA (EN), Trend (EN), EZB-Referenzkurs 24.09.2026 (DE)

SK, Frankfurt

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