29,1% mehr Gewinn: Polens nichtfinanzielle Unternehmen haben ihr Bruttofinanzergebnis im ersten Halbjahr 2026 kräftig gesteigert. Das meldete das polnische Statistikamt GUS am 24. August. Zum Gewinnsprung kommt eine zweite gute Nachricht: Die Firmen investieren wieder. Die Gesamterlöse der erfassten Firmen stiegen um 7,1% auf 2.750,5 Mrd. Złoty, umgerechnet rund 635 Mrd. Euro. Die Kosten wuchsen langsamer, um 5,9% auf 2.589,7 Mrd. Złoty.
Die Kostenquote sank binnen Jahresfrist von 95,2% auf 94,2%. Die Bruttoumsatzrentabilität stieg von 4,5% auf 5,2%. Die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten und Waren legten um 6,9% zu, die zugehörigen Kosten um 6,0%. Die Firmen verdienen also wieder mehr an jedem verkauften Produkt. „Die ökonomischen und finanziellen Kennziffern haben sich verbessert“, schreibt GUS in der Mitteilung vom 24. August.
Investitionen drehen ins Plus
Die Investitionsausgaben lagen um 13,7% über dem Vorjahr. Ein Jahr zuvor waren sie noch um 1,2% gesunken. Besonders stark wuchsen die Ausgaben für Transportmittel: um 30,6%. In Maschinen, technische Ausrüstung und Werkzeuge steckten die Firmen 10,9% mehr Geld. GUS korrigierte diese beiden Werte am 25. August in der Textfassung des Berichts; die Datentabellen blieben unverändert.
Die Zahlen passen zur Konjunktur, auch wenn nicht jeder Indikator glänzt. Das BIP wuchs im zweiten Quartal laut GUS-Schnellschätzung um 3,8% zum Vorjahr, nach 3,5% im ersten Quartal. Der Einzelhandel verkaufte im Juli real 3,9% mehr. Die Industrie produzierte im Juli 5,1% mehr als ein Jahr zuvor. Nur der Bau schwächelt: Die Bauproduktion sank im Juli um 2,4%. Und die Verbraucherstimmung trübte sich im August ein, sowohl bei der Lage als auch beim Ausblick. Der private Konsum bleibt damit die Schwachstelle der Erholung.
Signal für den Maschinenbau
Für deutsche Exporteure zählt vor allem die Investitionswende. Polen ist der wichtigste deutsche Handelspartner in Mittelosteuropa. Steigen die Ausgaben polnischer Firmen für Maschinen um 10,9% und für Fahrzeuge um 30,6%, wächst der Markt für deutsche Investitionsgüter unmittelbar. Auch die höhere Rentabilität hilft: Unternehmen mit besserer Marge bestellen eher neue Anlagen, Software und Fuhrparks. Deutsche Anbieter von Werkzeugmaschinen, Nutzfahrzeugen und Automatisierungstechnik sollten ihre Vertriebsarbeit in Polen jetzt verstärken. Wer wartet, überlässt das Feld lokalen Herstellern und asiatischen Wettbewerbern, die auf dem polnischen Markt zunehmend präsent sind.
Quellen: GUS (EN/PL), NBP (PL)
SK, Frankfurt


