Slowakeis Erzeugerpreise steigen um 2,7%: Koks und Mineralöl verteuern sich um 17,5%
Die slowakischen Industriebetriebe verlangten im Juli 2,7% mehr als ein Jahr zuvor. Das meldete das slowakische Statistikamt ŠÚ SR am 27. August für den Absatz im Inland. Von 16 Industriezweigen erhöhten 15 ihre Preise.
Am kräftigsten zog die Verarbeitung von Koks und Mineralöl an, um 17,5%. Elektrische Ausrüstungen kosteten 8,4% mehr, Metalle 3,5% mehr. Die Energiewirtschaft wiegt im Index am schwersten. Sie verteuerte sich um 3,6%. Nur die Nahrungsmittelhersteller senkten ihre Preise, um 2,8%. Sie bleiben seit Januar der einzige Zweig mit fallenden Preisen.
Exporteure können weniger weitergeben
Über sieben Monate lagen die Erzeugerpreise im Inland um 1,3% über dem Vorjahr. Gegenüber Juni stiegen sie um 1,8%. Die Preise für den Export wuchsen im Juli um 2,4% zum Vorjahr, gegenüber Juni fielen sie um 0,5%. In der Rechnung über sieben Monate liegen sie um 2,1% höher.
Der Unterschied zeigt die Marktlage. Im Inland geben die Betriebe ihre Energiekosten weiter. Im Ausland treffen sie auf Kunden, die den Preis drücken. Die slowakische Industrie liefert überwiegend Vorprodukte und Fahrzeuge. Ihre Marge hängt an dieser Differenz.
Das Wachstum bleibt unter 1%
Die Kostenwelle trifft eine müde Konjunktur. Das ŠÚ SR meldete am 14. August für das zweite Quartal ein Wachstum von 0,7% gegenüber dem Vorjahr. Das war der schwächste Wert seit vier Quartalen. Zum ersten Quartal blieben 0,2%.
Mária Valachyová, Chefökonomin der Slovenská sporiteľňa, ordnete die Zahlen am 14. August ein: „Die slowakische Wirtschaft blieb damit hinter dem Durchschnitt der Europäischen Union zurück, deren Wachstum im zweiten Quartal auf 0,5% zum Vorquartal anzog.“ Sie rechnet für das Gesamtjahr mit 1% und sieht die Risiken nach unten.
Marek Gábriš, Chefökonom der ČSOB, nannte am selben Tag den Vergleich in der Region. Tschechien wuchs im zweiten Quartal fast dreimal so schnell wie die Slowakei, Polen fast fünfmal so schnell. Die Analysten der Nationalbank NBS, Michal Doliak und Viera Mráziková, sehen die Ursache in der Industrie, die unter unsicherem Umfeld und schwächerer Wettbewerbsfähigkeit stagniert.
Deutsche Einkäufer spüren das zuerst bei Metallteilen, Elektrotechnik und Kunststoffteilen. Deutschland ist der größte Handelspartner der Slowakei. Wer dort Verträge verlängert, prüft besser die Energieklauseln und schreibt die Preise für das vierte Quartal jetzt fest. Investoren rechnen mit einer engen Lage: Die Kosten steigen, die Nachfrage bleibt schwach, die Margen dünnen aus. Wer in der Slowakei produziert, verhandelt Strom- und Gasverträge vor dem Winter.
Quellen: Štatistický úrad SR (SK), Národná banka Slovenska (SK), Slovenská sporiteľňa (SK), ČSOB (SK), TASR (SK)
SK, Frankfurt