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Slowakeis Industrie schrumpft um 0,2%: Die Elektronik bricht um 47,3% ein
Mitteleuropa · 12.10.2026

Slowakeis Industrie schrumpft um 0,2%: Die Elektronik bricht um 47,3% ein

Die slowakische Industrie hat im August 0,2% weniger produziert als ein Jahr zuvor. Das meldete das Statistikamt ŠÚ SR am 9. Oktober. Es ist der fünfte Rückgang in diesem Jahr, aber der mildeste. Sieben von 15 beobachteten Branchen lagen im Minus.

Elektronik und Autobau bremsen

Die Hersteller von Computern und elektronischen Erzeugnissen produzierten 47,3% weniger. Laut ŠÚ SR hat einer der wichtigsten Produzenten die Fertigung beendet. Der Verkehrsmittelbau, zu dem die Autoindustrie zählt, schrumpfte um 3,3%. Ein großer Hersteller hat seine Werksferien verschoben. Er baute deshalb etwa eine Woche weniger als im August 2025.

Gegenüber Juli sank die saisonbereinigte Produktion um 0,6%. Von Januar bis August liegt die Industrie 0,3% unter dem Vorjahr. Die Elektronik verlor in dieser Zeit mehr als 14%, der Verkehrsmittelbau fast 2%. Kokerei und Mineralölverarbeitung gaben um mehr als 12% nach.

Maschinenbau und Energie gleichen aus

Andere Branchen wuchsen. Der Maschinenbau legte um 9,5% zu, die Metallerzeugung um 6,6%. Die Energie- und Gasversorgung stieg um 7,2%. In den ersten acht Monaten wuchs sie um mehr als 3%.

Der Außenhandel zeigt ein ähnliches Bild. Die Slowakei verbuchte im August ein Defizit von 125 Mio. Euro. Von Januar bis August bleibt ein Überschuss von rund 1,5 Mrd. Euro, ähnlich wie im Vorjahr. Die Einfuhr von Energierohstoffen verteuerte sich um fast 45%.

Ľubomír Koršňák, Analyst der UniCredit Bank, führt den Trend auf Preise zurück. Er sagte: „Die Handelsbilanz verschlechtert sich in den letzten Monaten systematisch, vor allem wegen Preiseffekten.“ Koršňák erwartet bis Jahresende einen Überschuss von 1 bis 1,5% der Wirtschaftsleistung. Marián Kočiš von der Slovenská sporiteľna rechnet weiter mit rund 1%.

Für deutsche Exporteure heißt das: Wer slowakische Autowerke beliefert, muss mit schwankenden Abrufen rechnen. Die Schwäche im Verkehrsmittelbau geht teilweise auf verschobene Werksferien zurück, nicht allein auf fehlende Nachfrage. Lieferanten von Maschinen und Metallprodukten treffen dagegen auf wachsende Branchen. Investoren sollten den Elektronikeinbruch einordnen: ŠÚ SR führt ihn überwiegend auf den Ausfall eines einzelnen Produzenten zurück.

Quellen: Štatistický úrad SR (SK), UniCredit Bank und Slovenská sporiteľna über TASR (SK)

SK, Frankfurt

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