517,17 Mio. Euro flossen aus dem europäischen Wiederaufbaufonds in die slowakische Eisenbahn. Das meldete die staatliche Bahngesellschaft Železnice Slovenskej republiky (ŽSR) am 22. September 2026. 16 Projekte sind abgeschlossen. Sie modernisierten 96,3 Kilometer Gleise.
Die Gesamtkosten lagen bei 534,89 Mio. Euro. Der Wiederaufbaufonds trug 96,7% davon. Den Rest, 17,72 Mio. Euro, steuerten andere Quellen bei. Die Projekte liefen unter der Komponente 3 des slowakischen Wiederaufbauplans, die auf nachhaltigen Verkehr zielt.
Elektrifizierung im Osten
Das größte Einzelprojekt betraf die Strecke zwischen Bánovce nad Ondavou und Humenné, im Prešover Landesteil nahe der ukrainischen Grenze. ŽSR elektrifizierte dort 33,5 Kilometer, für 244 Mio. Euro. Die Bahn baute zudem Bahnhöfe um, sanierte Bahnübergänge und rüstete Strecken mit digitaler Fernsteuerung aus. Vorher fuhren Züge auf der Strecke mit Diesellokomotiven und niedrigeren Geschwindigkeiten.
„Der Wiederaufbauplan hat es uns ermöglicht, ein großes Volumen an Bahninfrastrukturinvestitionen in kurzer Zeit zu bündeln“, sagte Verkehrsminister Jozef Ráž. ŽSR-Generaldirektor Miroslav Garaj nannte die Projekte einen wichtigen Schritt: „Wir bauen damit den Schuldenberg ab, den wir gegenüber unserer eigenen Infrastruktur haben.“ Aufgehobene Tempolimits, sanierte Brücken und modernere Bahnsteige seien das Ergebnis, so Garaj.
Sechs Milliarden aus Brüssel
Die Slowakei rief bislang 6,4 Mrd. Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds ab. Das bestätigte Peter Stano, Vertreter der EU-Kommission in der Slowakei. Er nannte die Bahnmodernisierung „ein konkretes Beispiel europäischer Solidarität“. Ráž verwies auf sicherere, zuverlässigere und schnellere Verbindungen für Bürger und Wirtschaft.
Die Investitionen fallen in eine Phase moderaten Wachstums. Die slowakische Wirtschaft legte im zweiten Quartal 2026 um 0,8% zu, meldete das Statistische Amt der Republik. Handel, Verkehr und Gastgewerbe wuchsen dabei am stärksten, um 2,3%. Eine funktionierende Schieneninfrastruktur trägt zu diesem Wachstum bei, weil sie Fracht- und Personenverkehr zuverlässiger macht.
Deutsche Autobauer wie Volkswagen betreiben Werke in der Slowakei. Ihre Lieferketten hängen an der Schiene. Zuverlässigere Bahnstrecken verkürzen Transportzeiten für Bauteile und Fertigfahrzeuge. Das senkt Kosten für deutsche Exporteure und Investoren, die auf slowakische Zulieferer setzen. Auch Speditionen, die Güter Richtung Ukraine transportieren, profitieren von der Strecke im Osten des Landes.
Quellen: ŽSR, Slowakisches Verkehrsministerium, Štatistický úrad SR (SK)
SK, Frankfurt


