Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in Tschechien, der monatlich von S&P Global Market Intelligence erhoben wird, stieg im Juni auf 53,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit April 2022.
Damit verbesserte sich der Index deutlich gegenüber dem Maiwert von 52,2 Punkten. Seit Februar liegt der PMI konstant über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, die Expansion von Schrumpfung trennt.
„Die PMI-Daten für Juni signalisieren eine weitere Beschleunigung der Erholung im tschechischen verarbeitenden Gewerbe. Eine höhere Produktion und ein kräftiger Anstieg der Neuaufträge stützten das Wachstum“, erklärte Siân Jones, Chefökonomin bei S&P Global Market Intelligence.
Sie ergänzte, dass ein Teil der positiven Entwicklung auf Lageraufstockungen bei den Kunden zurückzuführen sei. Gleichzeitig hätten zahlreiche Unternehmen jedoch auch von einer spürbar stärkeren Nachfrage berichtet. Der Kapazitätsdruck bleibe dennoch hoch, da Lieferverzögerungen die Produktion weiterhin beeinträchtigten und zu einem Anstieg der Auftragsbestände führten.
Die tschechischen Hersteller meldeten im Juni eine steigende Nachfrage sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Gleichzeitig ließ der Inflationsdruck etwas nach, während sich das Geschäftsklima gegenüber Mai leicht eintrübte.
Nach Angaben von S&P Global war das Wachstum der Neuaufträge so stark wie zuletzt im Februar 2022. Auch die internationalen Auftragseingänge verzeichneten den kräftigsten Zuwachs seit Anfang 2022.
Trotz der nachlassenden Dynamik bleibt der Kostendruck erhöht. Als Hauptursachen nannten die Unternehmen steigende Transport-, Fracht-, Energie-, Treibstoff- und Materialkosten.
Der Anstieg der Verkaufspreise verlangsamte sich gegenüber dem Höchststand im Mai, da sich auch die Produktionskosten weniger stark erhöhten.
Nach fünf Monaten mit Stellenabbau stabilisierte sich die Beschäftigung im Juni. Einzelne Unternehmen bauten ihre Belegschaft sogar leicht aus, was sie auf den höheren Auftragseingang zurückführten.
Obwohl sich die Lieferketten in den vergangenen drei Monaten verbessert haben, berichteten die Unternehmen weiterhin von Verzögerungen, die unter anderem auf die Auswirkungen des Nahostkonflikts zurückgeführt werden.
Trotz einer leichten Abschwächung gegenüber Mai blieb das Geschäftsklima insgesamt positiv. Die Unternehmen rechnen mit einer größeren Stabilität auf den internationalen Märkten.
„Der Preisdruck bleibt jedoch eines der größten Risiken für die Hersteller“, betonte Jones. Nach der aktuellen Prognose von S&P Global Market Intelligence dürfte die Verbraucherpreisinflation in Tschechien im Jahr 2026 auf 2,5% steigen, da Unternehmen höhere Kosten zunehmend an ihre Kunden weitergeben.


