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Türkische Industrie nähert sich im Mai der Stabilisierung
Türkei · 05.06.2026

Türkische Industrie nähert sich im Mai der Stabilisierung

Der PMI der türkischen Industrie steigt auf 49,8 Punkte und signalisiert eine nahezu stabile Geschäftslage.

Die Lage im türkischen verarbeitenden Gewerbe hat sich im Mai spürbar verbessert. Darauf deutet der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Industrie- und Handelskammer Istanbul hin, der von S&P Global veröffentlicht wurde.

Der PMI stieg von 47,3 Punkten im April auf 49,8 Punkte im Mai und erreichte damit den höchsten Stand seit März 2024. Obwohl der Wert weiterhin knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt, signalisiert er laut S&P Global eine nahezu vollständige Stabilisierung der Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe.

Werte über 50 Punkten stehen für Wachstum, während niedrigere Werte auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität hindeuten.

Exportaufträge sorgen für Auftrieb

Nach Angaben von S&P Global profitierte die türkische Industrie im Mai vor allem von einer stärkeren Exportnachfrage. Die neuen Exportaufträge stiegen erstmals seit 20 Monaten wieder an und beendeten damit eine lange Phase rückläufiger Auslandsbestellungen.

„Der türkische Fertigungssektor entwickelte sich im Mai positiver, da ein erneutes Exportwachstum zu einem leichten Produktionsanstieg beitrug“, erklärte Andrew Harker, Economics Director bei S&P Global Market Intelligence.

Auch die Einkaufsaktivitäten der Unternehmen nahmen zu. Laut S&P Global bauten viele Hersteller ihre Lagerbestände vorsorglich auf, um sich gegen mögliche Lieferengpässe und Unsicherheiten auf den internationalen Märkten abzusichern.

Kosten- und Lieferdruck bleibt hoch

Trotz der verbesserten Nachfrage stehen die Unternehmen weiterhin unter erheblichem Kostendruck. Die Umfrage zeigte, dass die Preise für Vorleistungen im Mai erneut deutlich stiegen.

Zudem verlängerten sich die Lieferzeiten der Zulieferer, was auf anhaltende Belastungen in den internationalen Lieferketten hinweist.

Nach Angaben der befragten Unternehmen bleiben Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld sowie steigende Preise wichtige Faktoren, die die Nachfrage und Investitionsbereitschaft bremsen.

Ob sich die positive Entwicklung fortsetzt, dürfte laut S&P Global maßgeblich davon abhängen, ob neben den Exporten auch die gesamte Nachfrage in den kommenden Monaten wieder stärker wächst.

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