Die türkische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,5% gewachsen. Das teilte das türkische Statistikamt TÜİK (TurkStat) am 1. Juni mit.
Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2025 hatte das offizielle Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,4% zugelegt, im dritten Quartal 2025 um 3,7%.
Auf saison- und kalenderbereinigter Basis wuchs die Wirtschaft im ersten Quartal um 0,1% gegenüber dem Vorquartal. Im vierten Quartal 2025 hatte das Wachstum gegenüber dem Vorquartal noch 0,4% betragen.
Wachstum bleibt unter früheren Niveaus
Mit dem aktuellen Ergebnis setzt sich die Abschwächung des Wirtschaftswachstums fort. Die türkische Regierung hatte in ihrem im September vorgestellten mittelfristigen Wirtschaftsprogramm (OVP) für das Gesamtjahr 2026 ein Wachstum von 3,8% prognostiziert. Für das Jahr 2025 war ein Wachstum von 3,6% erwartet worden.
Vor der Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik im Jahr 2023 hatte die Türkei regelmäßig Wachstumsraten zwischen 5% und 10% gemeldet. Seit der Ernennung einer stärker auf Preisstabilität ausgerichteten Wirtschaftsführung im Juni 2023 hat sich das Wachstum jedoch deutlich verlangsamt.
Debatte über die Aussagekraft der Daten
Die offiziellen Wirtschaftsdaten des Statistikamtes werden von einigen Analysten und Marktbeobachtern kritisch betrachtet. Insbesondere hinsichtlich der Verlässlichkeit einzelner Datenreihen bestehen seit Jahren Diskussionen.
Beobachter weisen zudem darauf hin, dass die zunächst veröffentlichten BIP-Daten häufig in späteren Revisionen angepasst werden. Während die Erstveröffentlichungen große mediale Aufmerksamkeit erhalten, werden spätere Korrekturen oftmals weniger stark wahrgenommen.
Ausblick auf das zweite Quartal
Ob die türkische Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf wieder an Dynamik gewinnt, dürfte maßgeblich von der Inflation, der Geldpolitik sowie der Entwicklung des privaten Konsums und der Investitionen abhängen. Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 will TÜİK am 1. September veröffentlichen.

