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Wind- und Solarenergie überholen Kohle in der Türkei
Türkei · 21.05.2026

Wind- und Solarenergie überholen Kohle in der Türkei

Die Türkei erreicht mit dem Ausbau erneuerbarer Energien einen wichtigen Meilenstein ihrer Energiewende.

Im April 2026 haben Wind- und Solarenergie in der Türkei erstmals mehr Strom erzeugt als Kohle. Damit erreichte das Land einen wichtigen Meilenstein seiner Energiewende, wie der Energie-Thinktank Ember mitteilte.

Laut Ember machten Wind- und Solarenergie im April zusammen 22,8 Prozent der Stromerzeugung aus und übertrafen damit den Kohleanteil von 21 Prozent. Insgesamt stieg der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion auf 71 Prozent – den höchsten Wert seit 26 Jahren. Dazu trugen auch starke Regenfälle bei, die die Wasserkraftproduktion deutlich erhöhten.

Die Solarenergie überschritt zudem eine weitere symbolische Marke: Erstmals erzeugte sie mehr Strom als importierte Kohle. Der Anteil der Solarenergie lag bei 13,1 Prozent, während importierte Kohle nur noch 8,6 Prozent zur Stromerzeugung beitrug – der niedrigste Monatswert seit neun Jahren.

Wasserkraft profitiert von starken Regenfällen

Die Wasserkraftproduktion stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat laut Ember um 60 Prozent. Die Wasserzuflüsse in die Staudämme der wichtigsten türkischen Flussgebiete erreichten in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 den höchsten Stand seit acht Jahren.

„Der April 2026 markierte einen bedeutenden Wendepunkt in der türkischen Energiewende“, sagte Çağlar Çeliköz, Energieanalyst bei Ember.

„Diese Entwicklung wurde sowohl durch die Dynamik beim Ausbau von Wind- und Solarenergie in den vergangenen fünf Jahren als auch durch die erhöhte Wasserkraftproduktion infolge überdurchschnittlicher Niederschläge vorangetrieben“, erklärte er.

Türkei setzt verstärkt auf erneuerbare Energien

Die Türkei hat ihre Investitionen in erneuerbare Energien in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet, um die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Diese hatten die Leistungsbilanz des Landes lange belastet.

Im Rahmen ihrer langfristigen Energiestrategie plant die Regierung einen weiteren starken Ausbau erneuerbarer Energien. Besonders die Solarenergie wächst aufgrund sinkender Kosten für Solaranlagen rasant.

Çeliköz warnte jedoch davor, dass die Wasserkraftproduktion weiterhin stark von klimatischen Bedingungen und Niederschlagsmustern abhängig bleibe.

„Die schwankende Natur der Wasserkraftproduktion führt aufgrund der Abhängigkeit von Klima- und Niederschlagsbedingungen zu Unsicherheiten bei den zukünftigen Erzeugungsmengen“, sagte er.

„Damit dieser historische Erfolg angesichts des Klimawandels dauerhaft bleibt, muss die Türkei den Ausbau von Wind- und Solarenergie weiter beschleunigen und ihre erneuerbaren Energiequellen stärker diversifizieren.“

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