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Zentralbank dürfte Leitzins unverändert lassen
Türkei · 11.03.2026

Zentralbank dürfte Leitzins unverändert lassen

Laut Reuters rechnen Analysten damit, dass die türkische Zentralbank diese Woche keine Zinssenkung beschließt.

Die türkische Zentralbank wird ihren Leitzins bei der Sitzung am 12. März voraussichtlich unverändert bei 37% belassen. Das erwarten alle zehn von Reuters befragten Ökonomen, nachdem geopolitische Spannungen im Nahen Osten zuletzt zu erheblichen Marktverwerfungen geführt haben.

Nach Einschätzung von Capital Economics hat die Zentralbank bereits deutlich auf die Marktturbulenzen reagiert. Sie intervenierte am Devisenmarkt, um die Lira zu stützen, und setzte einwöchige Repo-Geschäfte aus.

Diese Maßnahmen hätten die geldpolitischen Bedingungen faktisch bereits verschärft, erklärten die Analysten. Angesichts der im Januar gestiegenen Inflation erscheine eine weitere Zinssenkung daher unwahrscheinlich. Eine Zinserhöhung könne zwar nicht ausgeschlossen werden, das wahrscheinlichste Szenario sei jedoch eine unveränderte Geldpolitik.

Lockerungszyklus könnte pausieren

Vor der jüngsten geopolitischen Eskalation hatten viele Marktbeobachter erwartet, dass die Zentralbank ihren Ende 2024 begonnenen Lockerungszyklus fortsetzen würde.

Die geldpolitische Lockerung war zeitweise ausgesetzt worden, nachdem politische Entwicklungen und Marktinstabilität für Turbulenzen gesorgt hatten. Kurz darauf nahm die Zentralbank jedoch ihre schrittweisen Zinssenkungen wieder auf.

Laut der Reuters-Umfrage liegt die mittlere Prognose für die Inflationsrate Ende 2026 inzwischen bei 29,75%. In der vorherigen Umfrage hatten Ökonomen noch rund 28% erwartet. Einige Analysten wollten sich angesichts der unsicheren Lage derzeit nicht festlegen.

Energiepreise als Risikofaktor

Analysten warnen zudem vor möglichen Auswirkungen steigender Energiepreise auf die türkische Wirtschaft. Da das Land stark von Energieimporten abhängig ist, könnten höhere Ölpreise die Inflation zusätzlich antreiben.

ING schätzt, dass ein Anstieg des Ölpreises um 10% die Verbraucherpreisinflation in der Türkei um rund 1,1 Prozentpunkte erhöhen könnte. Ein solcher Preisanstieg könnte zudem das Leistungsbilanzdefizit des Landes um etwa 4 bis 5 Milliarden US-Dollar vergrößern, erklärten die Analysten.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

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