← Startseite
Home/ Armenien/ Armeniens Wirtschaft wächst um 7,3%: Bau legt um 24,7% zu, die Exporte brechen ein
Armeniens Wirtschaft wächst um 7,3%: Bau legt um 24,7% zu, die Exporte brechen ein
Armenien · 05.10.2026

Armeniens Wirtschaft wächst um 7,3%: Bau legt um 24,7% zu, die Exporte brechen ein

Armeniens Wirtschaftsleistung wuchs von Januar bis August um 7,3% zum Vorjahreszeitraum. Das meldet das Statistische Komitee Armeniens. Im August allein lag das Plus bei 5,2%. Im Juli waren es laut Weltbank 6,5%, im Juni 7,4%. Die Industrie schrumpfte im selben Monat um 4,3%.

Bau und Dienstleistungen tragen das Wachstum

Der Bau wuchs um 24,7% auf 471,6 Mrd. Dram. Im August lag das Plus bei 23,8%. Die Dienstleistungen ohne Handel legten um 12,8% auf 3,03 Billionen Dram zu. Der Handel kam kaum voran: Er stieg um 0,7% auf 4,39 Billionen Dram.

Die Industrie wuchs über acht Monate um 7,4% auf 2,07 Billionen Dram. Die Stromerzeugung stieg um 5,3% auf 6,27 Mrd. Kilowattstunden. Im August fiel sie um 4%. Die Inflation lag im August bei 4,4%.

Exporte fallen, Importe steigen

Die Weltbank beschreibt in ihrem Länderbericht vom September ein anderes Bild. Die Exporte sanken im Juli um 15,7%. Die Importe stiegen um 21,5%. Das Handelsdefizit von Januar bis Juli entspricht 10% der geschätzten Jahreswirtschaftsleistung.

Der Gemüseexport brach um 52,2% ein. Die Agrarexporte insgesamt fielen um 15,2%. Überweisungen aus dem Ausland legten im Juli um 40% zu, jene aus Russland um 37,3%. Die Zentralbank hält ihren Leitzins seit dem 4. August bei 6,5%. Die Währungsreserven erreichten mit 6,5 Mrd. US-Dollar einen Rekord. Der Staatshaushalt wies von Januar bis Juli einen Überschuss von 0,3% der Wirtschaftsleistung aus, obwohl er für das Gesamtjahr ein Defizit von 4,3% plant. Die faulen Kredite blieben bei 1,4%.

Zentralbankchef Martin Galstyan hält das Defizit für überbewertet. Am 16. September sagte er: „Jetzt mag es so aussehen, als hätten wir riesige Importe, und das sei sehr schlecht, weil die Importe die Exporte übersteigen.“ Als Gegenbeispiel nannte er das Rechenzentrum Firebird. Die Einfuhr von Grafikprozessoren heute könne später Dienstleistungsexporte erzeugen.

Prognosen liegen bei 5% bis 6%

Die Zentralbank erwartet für 2026 ein Wachstum von 5,3% bis 5,7%. Die Weltbank rechnet mit 5,3%, der Internationale Währungsfonds mit 5,25%. Die Asiatische Entwicklungsbank sieht 5,5%. Im zweiten Quartal lag das Wachstum bei 6,7%.

Für deutsche Exporteure und Investoren folgt daraus: Armenien importiert mehr, als es ausführt, und baut so schnell wie kaum ein Nachbar. Anbieter von Baumaschinen, Bautechnik und Rechenzentrumstechnik treffen auf eine starke Importnachfrage. Der Leitzins von 6,5% verteuert allerdings die Finanzierung vor Ort.

Quellen: Statistisches Komitee Armeniens (EN), Weltbank Armenia Monthly Economic Update 09/2026 (EN), Zentralbank Armeniens (EN)

SK, Frankfurt

LinkedIn X
Mehr aus ArmenienKuratierte Auswahl
Armenien · 28.09.2026 Wirtschaftsaktivität plus 7,3%: Armeniens Bauboom treibt das Wachstum
Armenien · 16.09.2026 6,75%: Armeniens Zentralbank erhöht den Leitzins erstmals seit Dezember 2022
Armenien · 02.09.2026 Armeniens Bauleistung wächst um 25%: Ausfuhren fallen um 7,9%