← Startseite
Home/ Armenien/ Wirtschaftsaktivität plus 7,3%: Armeniens Bauboom treibt das Wachstum
Wirtschaftsaktivität plus 7,3%: Armeniens Bauboom treibt das Wachstum
Armenien · 28.09.2026

Wirtschaftsaktivität plus 7,3%: Armeniens Bauboom treibt das Wachstum

7,3% wuchs Armeniens Wirtschaft von Januar bis August 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das meldete das armenische Statistikamt, das Statistical Committee of Armenia. Die Bauwirtschaft zog das Wachstum, mit einem Plus von 24,7%.

Bau und Dienstleistungen vorn

Die Bauwirtschaft erreichte 471,6 Mrd. Dram, umgerechnet rund 1,14 Mrd. Euro. Dienstleistungen ohne Handel wuchsen um 12,8%, auf 3,03 Bio. Dram, das sind 7,33 Mrd. Euro. Die Industrie legte um 7,4% zu, auf 2,07 Bio. Dram, umgerechnet 5,01 Mrd. Euro. Der Handelsumsatz stieg dagegen nur um 0,7%, auf 4,39 Bio. Dram, rund 10,62 Mrd. Euro. Das Statistikamt führt das Wachstum vor allem auf Wohnungsbau und Kreditvergabe zurück.

Die Verbraucherpreise lagen von Januar bis August 4,5% über dem Vorjahr. Die Erzeugerpreise der Industrie stiegen um 8,8%. Die Stromproduktion wuchs um 5,3%, auf 6,27 Mrd. Kilowattstunden. Mitte September hob die armenische Zentralbank ihren Leitzins erstmals seit über drei Jahren an, um 0,25 Prozentpunkte auf 6,75%. Sie reagierte damit auf den steigenden Preisdruck. Der Außenhandel zeigt unterdessen ein gemischtes Bild: Armeniens Exporte sanken im Juli im Jahresvergleich um 15,7%, die Importe stiegen um 21,5%, meldete die Weltbank. Grund waren vor allem russische Einfuhrbeschränkungen für armenische Agrarprodukte.

Entwicklungsbank sieht anhaltenden Schwung

Die Eurasische Entwicklungsbank (EDB) rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Wachstum von 6%. „Wir erwarten, dass die hohe Wirtschaftsaktivität 2026 anhält, getragen von heimischen Wachstumsquellen“, sagte die EDB. Als Treiber nennt sie Informationstechnologie und Tourismus im Dienstleistungssektor, steigende Kredite und Hypotheken im Bauwesen sowie die Industrieproduktion. Externe Faktoren spielten dagegen eine kleinere Rolle als in den Vorjahren.

Auch der Immobilienmarkt der Hauptstadt Jerewan wächst. Die Preise im Stadtzentrum stiegen um 12,7%, meldete die Weltbank in ihrem Armenien-Bericht vom 14. September 2026. Unternehmensneugründungen legten im Jahresvergleich um 29% zu, ein Zeichen für wachsendes Geschäftsvertrauen im Land.

Armeniens Bauboom öffnet Chancen für deutsche Maschinenbauer und Baustoffhersteller. Der schwache Handelsumsatz zeigt zugleich, wie wenig Armeniens Wachstum bislang vom Außenhandel abhängt. Deutsche Exporteure treffen auf einen Markt, der stark von der Inlandsnachfrage lebt, und sollten ihre Vertriebswege entsprechend auf lokale Partner ausrichten.

Quellen: Statistical Committee of Armenia, Eurasische Entwicklungsbank, Zentralbank Armeniens, Weltbank (EN)

SK, Frankfurt

LinkedIn X
Mehr aus ArmenienKuratierte Auswahl
Armenien · 16.09.2026 6,75%: Armeniens Zentralbank erhöht den Leitzins erstmals seit Dezember 2022
Armenien · 02.09.2026 Armeniens Bauleistung wächst um 25%: Ausfuhren fallen um 7,9%
Armenien · 27.08.2026 Armeniens Ausfuhren fallen um 7,9%: Russland sperrt Obst, Fisch und Milch