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Armeniens Wirtschaft wächst um 7,3%: Bau und Dienstleistungen tragen, die Exporte schwächeln

Armeniens Wirtschaft wächst um 7,3%: Bau und Dienstleistungen tragen, die Exporte schwächeln

Armeniens Wirtschaftsaktivität wuchs von Januar bis August um 7,3% zum Vorjahreszeitraum. Das meldet das Statistische Komitee Armeniens am 25. September. Im August allein lag das Plus bei 5,2% zum Vorjahresmonat. Der Aufschwung hängt stark an wenigen Branchen.

Bau und Dienstleistungen führen

Die Bauleistung stieg in den ersten acht Monaten um 24,7%. Dienstleistungen ohne Handel legten um 12,8% zu. Die Industrie wuchs um 7,4%. Der Handelsumsatz kam nur auf 0,7%.

Im August allein wuchs der Bau um 23,8%, die Dienstleistungen um 11,4% zum Vorjahresmonat. Der Handel lag mit 0,1% praktisch auf der Stelle. Der Immobilienmarkt in Eriwan heizt sich auf: Die Zahl der Wohnungskäufe verdoppelte sich im Juli fast, und die Preise im Zentrum stiegen um 12,7%.

Im August zeigt sich das Bild schärfer: Die Industrie lag 4,3% unter dem Vorjahresmonat, die Stromerzeugung 4,0% darunter. Die Weltbank führt den Rückgang bei Strom auf Wartungsarbeiten am Atomkraftwerk Armenia zurück. Sie schrieb im Monatsbericht von September: „Die Wirtschaftsaktivität schwächte sich im Juli auf 6,5% zum Vorjahr ab, nach 7,4% im Juni.“

Exporte brechen ein, die Importe steigen

Die Ausfuhren sanken von Januar bis Juli um 7,9%, die Einfuhren stiegen um 7,7%. Im Juli allein fielen die Exporte um 15,7%, die Importe legten um 21,5% zu. Laut Weltbank erreichte das Handelsdefizit rund 10% des geschätzten Jahres-BIP.

Edel- und Halbedelsteine brachen im Juli um 66,2% ein. Ohne diese Position stiegen die Exporte um 6,8%. Agrarprodukte lagen 15,2% im Minus: Russland beschränkt seit April 2026 die Einfuhr armenischer Lebensmittel. Die Bruttoreserven der Zentralbank erreichten im August mit 6,5 Mrd. US-Dollar einen Rekord.

Inflation über dem Ziel

Die Verbraucherpreise stiegen im September um 4,3% zum Vorjahr und um 0,2% zum Vormonat, so das Statistische Komitee am 5. Oktober. Von Januar bis September lag die Teuerung bei 4,5%. Die Zentralbank erwartet für 2026 eine Inflation von 4,2% bis 4,5%, je nach Szenario. Für 2027 rechnet sie mit 2,7% bis 3,4%. Die Staatsschulden lagen im Juli bei 41,3% des BIP und sollen bis Jahresende steigen. Die Zentralbank hält den Refinanzierungssatz seit Dezember 2025 bei 6,5%, ihr Ziel liegt bei 3%. Zentralbankchef Martin Galstyan sagte am 16. Juni: „Die Zeit wird zeigen, wie sich die Lage entwickelt.“

Was das für deutsche Unternehmen heißt

Die Bauwirtschaft wächst um ein Viertel, und die Importe steigen. Das schafft Absatz für Maschinen, Baustoffe und Anlagentechnik. Exporteure sollten Zahlungen in Euro oder US-Dollar absichern, denn die Inflation liegt über dem Ziel. Investoren beachten die Abhängigkeit von wenigen Branchen und das Handelsdefizit. Die Russland-Beschränkungen treffen die Agrarausfuhr, nicht die Importnachfrage.

Quellen: Statistisches Komitee Armeniens (EN), Weltbank Armenia Monthly Economic Update, September 2026 (EN), Zentralbank Armeniens (EN)

SK, Frankfurt

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