Tschechiens Einzelhandel hat im August real 4,3% mehr umgesetzt als ein Jahr zuvor. Das meldete das tschechische Statistikamt ČSÚ am 8. Oktober. Gegenüber Juli stiegen die Umsätze um 0,2%. Die Augustzahlen sind vorläufig, die endgültigen Werte folgen im März 2027.
Online-Händler und Modegeschäfte treiben den Umsatz
Der Internet- und Versandhandel steigerte seine Umsätze um 15,0%. Er trägt damit am stärksten zum Wachstum bei. Nichtspezialisierte Läden mit Schwerpunkt Lebensmittel legten um 3,1% zu. Unter den Fachgeschäften führen Bekleidung und Schuhe mit einem Plus von 10,0%. Alle Sortimentsgruppen im Handel mit Nichtlebensmitteln wuchsen im Vorjahresvergleich.
Jana Gotvaldová leitet beim ČSÚ die Abteilung für Handels-, Verkehrs- und Dienstleistungsstatistik. Sie sagt: „Nejvyšší růst jsme tradičně zaznamenali u internetových prodejců.“ Auf Deutsch: Das höchste Wachstum verzeichneten traditionell die Internethändler.
Ohne Kraftfahrzeuge stiegen die Umsätze gegenüber Juli ebenfalls um 0,2%. Den Monatsvergleich bereinigt der ČSÚ zusätzlich um saisonale Effekte. Der Jahresvergleich bleibt dagegen nur arbeitstäglich bereinigt. Beide Werte zeigen dieselbe Richtung: Der Konsum in Tschechien trägt weiter.
Kraftstoffe und Autohandel fallen zurück
Nichtlebensmittel wuchsen im August um 7,4% zum Vorjahr und um 0,7% zum Vormonat. Lebensmittel legten um 3,0% beziehungsweise 0,3% zu. Bei Kraftstoffen meldete der ČSÚ einen Rückgang um 3,2% zum Vorjahr und um 2,1% zum Vormonat.
Auch der Kfz-Sektor schwächelt. Verkauf und Reparatur von Fahrzeugen sanken um 2,2% zum Vorjahr. Die Reparaturen fielen um 2,5%, der Verkauf samt Ersatzteilen um 2,1%. Gegenüber Juli gingen die Umsätze um 0,3% zurück.
Das Amt rechnet in konstanten Preisen und bereinigt um die Zahl der Arbeitstage. Die Julidaten hat es revidiert. Die nächste Veröffentlichung steht für den 5. November 2026 an.
Was das für deutsche Exporteure heißt
Die Kauflust konzentriert sich auf Mode, Schuhe und den Onlinekanal. Hersteller von Bekleidung, Haushaltswaren und Konsumelektronik finden in Tschechien einen wachsenden Markt. Wer dort verkauft, sollte die Plattformen im Blick haben, etwa Alza oder Notino. Autozulieferer und Ersatzteilhändler spüren dagegen eine schwächere Inlandsnachfrage. Der Kraftstoffhandel bleibt im Minus. Wer Lieferverträge mit tschechischen Handelsketten verhandelt, kann sich auf stabile Mengen im Lebensmittelbereich stützen: Die Umsätze wachsen dort um 3,0% pro Jahr.
Quelle: Český statistický úřad (ČSÚ), Rychlé informace „Maloobchod – srpen 2026“, 8. Oktober 2026 (CS)
SK, Frankfurt

