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USA erlauben Boeing Geschäfte mit Belavia

Das US-Handelsministerium hat Boeing nach belarussischen Angaben eine Lizenz für die Zusammenarbeit mit Belavia erteilt. Die Airline kann damit Ersatzteile und Software direkt beim Hersteller beziehen.

USA erlauben Boeing Geschäfte mit Belavia
Symbolbild, KI-generiert

Das US-Handelsministerium hat dem Flugzeugbauer Boeing nach belarussischen Angaben eine Lizenz für die Zusammenarbeit mit der staatlichen Fluggesellschaft Belavia erteilt. Das teilte der Ständige Vertreter von Belarus bei den Vereinten Nationen, Walentin Rybakow, am 31. Oktober im belarussischen Fernsehen mit. Die Entscheidung sei am Vortag gefallen. Eine offizielle Stellungnahme aus Washington lag zunächst nicht vor.

Belavia bezieht Ersatzteile direkt von Boeing

Belavia-Generaldirektor Igor Tscherginez sagte der staatlichen Nachrichtenagentur BelTA, die Airline könne künftig Ersatzteile, Komponenten und Software für ihre Flugzeuge direkt beim Hersteller beziehen. Zudem eröffne die Lizenz die Möglichkeit, Verhandlungen über den Kauf neuer Maschinen aufzunehmen.

Belavia betreibt acht Boeing 737 verschiedener Baureihen, darunter eine 737 MAX 8, sowie Flugzeuge von Embraer und Airbus. Bis zur Lockerung der Sanktionen musste die Airline Teile nach Angaben der Kyiv Post über Zwischenhändler beschaffen, mit Aufschlägen von 30 bis 40 Prozent.

Schrittweise Lockerung seit Herbst 2025

Die USA hatten die Sanktionen gegen Belavia im September 2025 gelockert, nachdem Minsk 52 Verurteilte begnadigt hatte, darunter den früheren Präsidentschaftskandidaten Mikola Statkewitsch. Das Bureau of Industry and Security (BIS) des Handelsministeriums genehmigte damals Betrieb und Wartung von acht Boeing-Maschinen, schloss Flüge nach Russland, Iran, Nordkorea, Kuba und Syrien jedoch aus.

Im November 2025 strich das US-Finanzministerium Belavia von seiner Sanktionsliste. Nach Berichten des Senders Belsat und des Branchendienstes ch-aviation führte ein Schreiben des Handelsministeriums aus demselben Monat Russland nicht mehr unter den verbotenen Flugzielen. Offiziell bestätigt wurde dies nicht.

Die Boeing-Lizenz folgt auf weitere Schritte: In der vergangenen Woche nahm das US-Finanzministerium den Generaldirektor des Kaliproduzenten Belaruskali, Andrej Rybakow, von der Sanktionsliste.

Was die Entscheidung für Russland bedeutet

Russische Fluggesellschaften betreiben nach Angaben der Ukrajinska Prawda rund 700 Flugzeuge von Boeing und Airbus, deren Wartung seit den westlichen Sanktionen eingeschränkt ist. Aeroflot setzt unter anderem Boeing 737-800 ein, also denselben Typ wie Belavia.

Ukrainische Medien und Sanktionsexperten äußerten bereits nach der Lockerung im vergangenen Jahr die Sorge, Belarus könnte zur Bezugsquelle für Ersatzteile russischer Airlines werden. Das Exilmedium The Insider wies zudem darauf hin, dass Russland über Belarus Zugang zu technischer Dokumentation für die Boeing-Wartung erhalten könnte.

Das BIS hatte angekündigt, Lizenzanträge im Zusammenhang mit Belavia einzeln zu prüfen: Es gehe darum, ob die Teile der Wartung der belarussischen Passagierflotte dienten, und um den Schutz vor einer Weiterleitung. Die genauen Bedingungen der neuen Lizenz für Boeing sind bislang nicht öffentlich.


Quellen: Rambler, Wsgljad, BIS, ch-aviation, The Insider, Kyiv Post

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