Butter kostet in Tschechien 37,3% weniger als vor einem Jahr. Das meldete das tschechische Statistikamt ČSÚ am 13. Oktober. Die Verbraucherpreise stiegen im September insgesamt um 2,5%, nach 1,9% im August. Zum Vormonat blieben sie unverändert.
Pavla Šedivá, Leiterin der Abteilung Verbraucherpreisstatistik beim ČSÚ, sagte: „Die Verbraucherpreise haben ihr Jahreswachstum bereits zum dritten Mal in Folge beschleunigt; im September lag es bei 2,5%.“ Das Zitat ist aus dem Tschechischen übersetzt.
Lebensmittel werden billiger
Im Regal fallen vor allem Molkereiprodukte und Fleisch im Preis. Schweinefleisch kostet 15,5% weniger, Eier 12,6% und Margarine 10,3%. Haltbare Milch liegt 20,0% unter dem Vorjahr. Gemüse verteuerte sich dagegen um 8,1%.
Das ČSÚ nennt als Grund für den Anstieg der Gesamtrate auch kleinere Rückgänge bei den Lebensmitteln. Der Lebensmittelhandel setzte im August real 3,0% mehr um als im Vorjahresmonat. Der gesamte Einzelhandel ohne Kfz-Handel wuchs um 4,3%.
Kraftstoff zieht die Teuerung hoch
Kraftstoffe und Schmiermittel kosteten 37,5% mehr als im September 2025. Im August waren es noch 26,2%. Der Verkehr trägt mit 13,2% Teuerung am stärksten zur Jahresrate bei. Die Händler spüren das an der Tankstelle: Der Kraftstoffumsatz sank im August real um 3,2%.
Strom wurde dagegen 10,6% billiger, Erdgas 4,0%. Waren verteuerten sich um 1,2%, Dienstleistungen um 4,6%, Mieten um 6,1%. Auf Monatssicht fielen die Dienstleistungspreise um 0,9%, weil Pauschalreisen 20,7% günstiger wurden.
Der nach EU-Methode berechnete Index HICP stieg auf 2,2%, nach 1,5% im August. Das ČSÚ nennt zum Vergleich für die Eurozone 3,8% laut Eurostat-Schnellschätzung, für Deutschland 3,3% und für die Slowakei 3,1%. Tschechien liegt damit unter dem Niveau seiner Nachbarn.
Was das für deutsche Exporteure heißt
Tschechische Haushalte zahlen weniger für Strom und Grundnahrungsmittel. Das lässt Spielraum für Kosmetik, Kleidung und Haushaltswaren, die im August am stärksten wuchsen. Lieferanten von Molkereiprodukten und Fleisch treffen dagegen auf fallende Preise im Regal. Sie müssen ihre Margen gegen den Preisdruck der Handelsketten verteidigen.
Die Zentralbank ČNB hob den Leitzins im Juni auf 3,75%. Zieht die Inflation weiter an, wird eine zweite Erhöhung wahrscheinlicher. Das ČSÚ veröffentlicht die nächste Inflationsschätzung am 4. November, die Einzelhandelsdaten am 5. November.
Quellen: ČSÚ, Indexy spotřebitelských cen – inflace, září 2026 (CS); ČSÚ, Maloobchod – srpen 2026 (CS)
SK, Frankfurt


