Ungarns Verbraucherpreise lagen im September um 1,6% über dem Vorjahresmonat. Das meldet das Statistikamt KSH. Zum August stiegen sie um 0,2%. Im August hatte die Jahresrate noch 1,3% betragen.
Billige Lebensmittel, teurer Sprit
Lebensmittel kosteten 1,3% weniger als vor einem Jahr. Butter verbilligte sich um 15,6%, Schweinefleisch um 11% und Käse um 10,2%. Die Energiekosten der Haushalte sanken um 4%: Gas wurde 11% billiger, Strom 1,3% teurer.
Kraftstoffe verteuerten sich um 6,9%. Allein im Monatsvergleich sind es 5,9%. Dienstleistungen legten um 4,9% zu. Taxifahrten kosteten 11,5% mehr, die Reparatur von Fahrzeugen 8,3%.
Frisches Obst wurde 14,4% billiger, Zucker 8,2% und Milch 8,1%. Kartoffeln kosteten dagegen 7,8% mehr, Speiseöl 6,4% und Restaurantessen 5,8%. Bei den Dienstleistungen stiegen Theaterkarten um 17,6%, der Gütertransport um 14,9% und Postdienste um 9,6%. Die Körperpflege verteuerte sich um 8,4%.
Alkohol und Tabak verteuerten sich um 3,3%, Tabakwaren allein um 4,2%. Langlebige Konsumgüter kosteten 1,2% mehr, Arzneimittel 1,3%. Die Urlaubsreisen im Inland wurden im Monatsvergleich um 7,9% billiger, jene im Ausland um 4%. Die Preise für Bekleidung und Schuhe zogen zum August um 1,3% an.
Notenbank senkt das Ziel
Der Währungsrat der Notenbank MNB ließ den Leitzins am 22. September bei 5,50%. Zugleich legte er das Inflationsziel für die Zeit ab 1. Januar 2028 auf 2,5% fest. In der Mitteilung heißt es: „Die Beibehaltung der aktuellen Zinsbedingungen ist notwendig, um das Inflationsziel nachhaltig zu erreichen.“
Die Kerninflation lag im August bei 2%. Die MNB erwartet für 2026 eine Teuerung von 1,8% und für 2027 von 3,1%. Die Prognose für 2027 hob sie an: Energiepreise und die Tabaksteuer treiben sie. Beim Wachstum rechnet die Notenbank mit 1,8% in diesem und 2,9% im nächsten Jahr.
Der Einlagenzins der MNB liegt bei 4,50%, der Zins für besicherte Übernachtkredite bei 6,50%. Der Währungsrat pausierte im September nach den Senkungen des Sommers. Künftig will er nicht mehr monatlich, sondern achtmal im Jahr über die Zinsen entscheiden, berichtet das Portal Portfolio. Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal 2026 um 1,7%.
Für deutsche Exporteure bedeutet das: Ungarns Preise bleiben ruhig, doch der Leitzins von 5,50% verteuert Kredite für Investitionen. Wer Konsumgüter liefert, trifft auf Kunden mit sinkenden Lebensmittelpreisen. Die höhere Prognose für 2027 spricht dafür, Preisgleitklauseln in Verträgen für das kommende Jahr zu prüfen.
Quellen: KSH (HU/EN), MNB (HU/EN), Budapest Business Journal (EN)
SK, Frankfurt


