Ein Bericht des Technologiekonzerns Microsoft zeigt, dass die meisten zentralasiatischen Staaten weltweit zu den Schlusslichtern gehören, wenn es um die Nutzung generativer künstlicher Intelligenz im Alltag geht. Die Ergebnisse verdeutlichen die Herausforderungen für Regierungen, die zugleich ambitionierte Pläne für den Aufbau digitaler und wissensbasierter Volkswirtschaften verfolgen.
Kasachstan schnitt innerhalb Zentralasiens am besten ab. In Microsofts globalem Bericht zur KI-Verbreitung belegte das Land Platz 70 von 147 untersuchten Staaten. Präsident Kassym-Jomart Tokajew hatte 2026 zum Jahr der künstlichen Intelligenz erklärt.
Die übrigen zentralasiatischen Länder lagen deutlich weiter hinten. Kirgisistan erreichte Platz 116, Usbekistan Platz 142, Afghanistan Platz 144, Tadschikistan Platz 145 und Turkmenistan Platz 146.
Ähnlich wie Kasachstan haben auch Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan Programme zum Aufbau von IT- und KI-Zentren angekündigt. Die bisherigen Nutzungsdaten zeigen jedoch, dass zwischen politischen Zielen und praktischer Verbreitung noch eine große Lücke besteht.
Wachstum von niedriger Basis
Positiv ist, dass Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan laut Microsoft zu den asiatischen Ländern mit den höchsten Wachstumsraten bei der Einführung von KI zählen. Das deutet darauf hin, dass die Technologie zwar noch nicht breit verankert ist, aber zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Im Südkaukasus schnitten Aserbaidschan und Georgien besser ab als Kasachstan. Aserbaidschan belegte Platz 62, Georgien Platz 54. Armenien, das ebenfalls den Ausbau seiner IT- und KI-Kapazitäten plant, lag dagegen nur auf Platz 139.
Infrastruktur bleibt entscheidend
Der Microsoft-Bericht zeigt insgesamt eine deutliche globale Kluft. In wirtschaftlich entwickelten Ländern des globalen Nordens verbreitet sich KI etwa doppelt so schnell wie in Schwellenländern des globalen Südens.
„Diese Kluft spiegelt die systemischen Herausforderungen des globalen Südens wider, wo der eingeschränkte Zugang zu Elektrizität, Internet und digitalen Kompetenzen die Verbreitung neuer Technologien weiterhin behindert“, heißt es in dem Bericht.
Solange diese grundlegenden Defizite nicht behoben seien, würden die Vorteile generativer KI ungleich verteilt bleiben. Für Zentralasien bedeutet das: Der Aufbau von KI-Zentren allein reicht nicht aus. Entscheidend sind digitale Infrastruktur, Bildung, Stromversorgung und der Zugang zu modernen Technologien.


