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Zweifel an Russlands Wachstum: Auch der Konsum steigt jetzt schwächer
Russland · 05.10.2026

Zweifel an Russlands Wachstum: Auch der Konsum steigt jetzt schwächer

Russlands BIP wuchs im August um 0,8 %, doch die Konsumkonjunktur kühlt ab: Die Konsumaktivität stieg nur noch um 2,9 %, laut SberIndex Ende September nur noch um 1,2 %. Putin sieht die Wirtschaft „stabil“, die Industrie stagniert.

Autor: Klaus Dormann


Russlands gesamtwirtschaftliche Produktion stieg nach Angaben des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 %, etwas stärker als im Juli (+0,6 %). In den ersten acht Monaten war das reale Bruttoinlandsprodukt um 0,6 % höher als vor einem Jahr. Diese Wachstumsrate erwartet die russische Regierung auch für das Gesamtjahr 2026.

Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow hatte am 24. September bei der Vorstellung der neuen Konjunkturprognosen der Regierung bis 2029 herausgestellt, dass die Nachfrage der Verbraucher das „Rückgrat“ des Wachstums der russischen Wirtschaft sei. Der Gesamtumsatz im Einzelhandel werde 2026 laut der Prognose real um 4,6 % steigen. Das diesjährige Wachstum der Reallöhne werde 4 % erreichen (Reuters). Die Zweifel daran wachsen. Die Verbrauchskonjunktur hat sich in den Sommermonaten deutlich abgeschwächt. Im August wuchs der vom Wirtschaftsministerium als Indikator für die „Konsumaktivität“ berechnete reale Gesamtumsatz von Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie im Jahresvergleich nur noch um 2,9 Prozent, nach 4,6 Prozent im Juli und 6 Prozent im Juni, warnt Kommersant.

Auf etliche Risiken der Wirtschaftsentwicklung wies auch Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak in einer Rede vor dem Föderationsrat in der letzten Woche hin. Zu den „externen Risiken“ zählte er eine Verlangsamung des weltweiten Wachstums, die Regionalisierung des Welthandels und weitere Sanktionen. Als „interne Risiken“ nannte Nowak eine unerwartet lange Phase restriktiver Geldpolitik und den Mangel an Arbeitskräften (Finmarket.ru). Diese Risiken seien aber bei den Prognosen berücksichtigt worden.

Zabotkin: Russland kehrt zu seinem langfristigen Wachstumstrend zurück

Der stellvertretende Präsident der russischen Zentralbank, Alexey Zabotkin, äußerte sich zu den Perspektiven der russischen Wirtschaft am Rande einer Veranstaltung der Alfa-Bank am 01. Oktober jedoch relativ zuversichtlich. Er merkte an, dass die jährlichen Wachstumsraten in den meisten Branchen ihren Tiefpunkt Ende 2025 oder Anfang 2026 durchschritten hätten. Insgesamt würden die Wachstumszahlen in den meisten Basisindustrien und bei der gesamtwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2026 „zwar moderat, aber positiv“ ausfallen.

Ab 2027 wird das Wirtschaftswachstum nach Einschätzung Zabotkins zu seinem langfristigen Trend zurückkehren – sofern keine weiteren starken Schocks einträten. Die reale BIP-Wachstumsrate, die Russland in den letzten 10 bis 15 Jahren erzielt habe, liege bei etwa 2 % pro Jahr. Damit die Wirtschaft schneller wachse, müsse das Wachstum der Arbeitsproduktivität und die Produktivität insgesamt steigen, betonte Zabotkin (Interfax).

Präsident Putin: Das Wachstum wurde abgekühlt, um die Inflation zu senken

Staatspräsident Wladimir Putin räumte am 01. Oktober beim 23. Treffen des Internationalen Waldai-Diskussionsklubs zwar ein, dass es in Russland wie in jedem Land Probleme für die Wirtschaft gebe. Putin erklärte, die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien hätten zu einem Verlust von etwa einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts geführt (Deutsche Welle; Meduza). Er gestand zu, dass die ukrainischen Angriffe damit teilweise ihr Ziel erreicht hätten, die russische Wirtschaft zu schädigen. Russland revanchiere sich mit Angriffen auf für die Ukraine wichtige Ziele. Eine Folge sei der faktische Stillstand der Produktion in der ukrainischen Metallindustrie (Vom Präsidialamt veröffentlichte Übersetzung der Rede Putins in Englisch mit Video: en.kremlin.ru).

Gleichzeitig betonte der Staatspräsident beim Waldai-Klub, dass es in Russland gelungen sei, die Inflation deutlich zu senken. Die Regierung habe die Konjunktur bewusst gedämpft, um die Inflation zu bekämpfen.

„Wir hatten eine zweistellige Inflation – 10,5 % im letzten Jahr – und etwas über sechs Prozent in diesem Jahr. Fast die Hälfte, sehen Sie?“

Das sei natürlich ein positives Ergebnis, so Putin. Im Verlauf des Jahres 2026 stagnierte die Inflationsrate allerdings bei rund 6 Prozent (TradingEconomics: März 2025: 10,3 %; August 2026: 6,3 %; Merkur.de: Preisexplosion trifft Russland nach der Duma-Wahl brutal, 28.09.26).

Der Präsident betonte, dass es jetzt vor allem wichtig sei, die Wirtschaft nicht zu stark abzukühlen (Interfax.com; Finam.ru). Welche Rolle spielen dabei die Ausgaben für das russische Militär? Wird das Haushaltsdefizit, das 2026 stärker als erwartet stieg, im nächsten Jahr weiter zunehmen?

Das gestiegene russische Haushaltsdefizit soll 2027 deutlich sinken

Vasily Astrov, Russland-Experte des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), geht davon aus, dass Russland 2027 zwischen 7,5 und 8 % seiner Wirtschaftsleistung für Militärausgaben verwenden will. Er bezeichnet diese Entwicklung gegenüber dem Handelsblatt als „keine massive Erhöhung“. Das Defizit im Staatshaushalt solle laut dem Haushaltsentwurf von 3,2 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 auf 2,2 Prozent im Jahr 2027 sinken. „Die zentrale Botschaft des Haushaltsentwurfs lautet Konsolidierung“, meint Astrov im Handelsblatt+ (siehe auch Frankfurter Rundschau).

Präsident Putin wies auf den geplanten Rückgang des Haushaltsdefizits im Waldai-Klub so hin: „Das diesjährige Haushaltsdefizit liegt bei rund 3 % des BIP; nächstes Jahr werden es sicher 2 % sein.“ Er fügte hinzu, dass die Staatsverschuldung Russlands rund 17 % des BIP beträgt, eine im internationalen Vergleich niedrige Schuldenquote.

Putins Fazit im Waldai-Klub: Die russische Wirtschaft und das Finanzsystem zeigten sich widerstandsfähig. Die gesamtwirtschaftliche Lage ist „stabil“. Putin erklärte laut TASS:

„Alle dachten, unsere Gesellschaft würde auseinanderfallen, die Wirtschaft und das Finanzsystem würden zusammenbrechen, aber wir stehen vor etwas, womit wir nicht gerechnet haben.“

„Wir haben weder mit einem solchen Zusammenhalt und Mut in der russischen Gesellschaft noch mit der Stabilität des Finanzsystems und der russischen Wirtschaft gerechnet.“

„Nichts wird verstaatlicht“ – versichert Putin

Im Rahmen der Diskussion beim Waldai-Forum nahm Präsident Putin auch dazu Stellung, dass die russische Regierung einige Tochtergesellschaften westlicher Unternehmen in Russland unter eine sogenannte „vorübergehende Verwaltung“ gestellt hat (Analyse der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer). Betroffen ist u.a. der Düsseldorfer Lebensmittelgroßhändler Metro AG (Telepolis: Russland übernimmt Metro-Kontrolle, 01.10.26; russland.capital: Metro in Russland: Der Chef bleibt, die Kontrolle wechselt, 29.09.26; DLF-Interview mit Vasily Astrov).

Putin erklärte, Russland habe mit diesen Maßnahmen lediglich auf die Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte durch den Westen reagiert. Der Präsident versicherte, die Vermögenswerte der westlichen Unternehmen könnten „in einem günstigen Szenario“ an die Unternehmen zurückgegeben werden. Russland „nimmt niemandem etwas weg, stiehlt nichts und verstaatlicht nichts“, sagte Putin. Auf die Frage, ob die betroffenen Vermögenswerte in einem „günstigen Szenario“ zurückgegeben würden, antwortete er: „Ja, sie werden sie zurückbekommen“ (Market Screener, news.de; 02.10.26).

Die Industrie trug zum schwachen BIP-Wachstum bisher nicht bei

Laut Berechnungen des russischen Wirtschaftsministeriums hat sich der jährliche Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion in Russland von 0,6 % im Juli auf 0,8 % im August 2026 beschleunigt. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 war das reale Bruttoinlandsprodukt damit 0,6 % höher als im letzten Jahr (siehe auch Tabelle am Schluss des Artikels).

Die Industrieproduktion trug zu diesem schwachen Wachstum allerdings nicht bei. Sie stagnierte im Zeitraum Januar bis August insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Im August sank die Industrieproduktion insgesamt im Jahresvergleich um 0,6 %, nach einem Anstieg um 0,4 % im Juli (Finmarket.ru).

Innerhalb der Industrie war die Produktion des „Verarbeitenden Gewerbes“ im August um 0,5 Prozent niedriger als vor einem Jahr (Januar bis August: +0,4 %). Die Produktion im Bereich „Bergbau, Förderung von Rohstoffen“ sank im August im Vorjahresvergleich um 1,3 % (Januar bis August: -1 %).

Wie entwickelte sich die Industrie saison- und kalenderbereinigt?

Gegenüber dem Vormonat Juli sank die Industrieproduktion im August bereinigt um Kalender- und Saisonfaktoren laut Rosstat-Daten um 0,4 % (siehe rote Linie in der folgenden Abbildung aus dem monatlichen Bericht zur Entwicklung der Industrieproduktion des Moskauer Forschungsinstituts „Centre for Macroeconomic Analysis And Short-term Forecasting, CMASF“). Der Anstieg der Produktion der Industrie im Juli und Juni ging damit verloren. Das CMASF hält es aber für verfrüht, von einem „negativen Trend“ zu sprechen.

Laut eigenen Berechnungen des CMASF sank die Industrieproduktion im August saisonbereinigt nur halb so stark um 0,2 % gegenüber Juli (siehe blaue Linie). Damit setzte sich ein im Mai begonnener Rückgang fort. Das CMASF veranschlagt das Niveau der Industrieproduktion in Russland aber derzeit weiterhin etwas höher als Rosstat.

CMASF berechnet außerdem einen Index für die Produktion der „zivilen“ Branchen der Industrie ohne die Erdölindustrie (violette Linie). Hier stagnierte die Produktion im August auf dem im Vormonat erreichten Niveau.

Industrieproduktion laut Rosstat-Daten und CMASF-Schätzungen
(saisonbereinigt, monatlicher Durchschnitt für 2021 = 100)

Liniendiagramm: saisonbereinigte Industrieproduktion in Russland laut Rosstat und CMASF-Schätzungen sowie zivile Branchen ohne Erdölindustrie, Index 2021 = 100, bis August 2026

rote Linie: Industrie insgesamt (Rosstat)
blaue Linie: Industrie insgesamt (CMASF)
violette Linie: Zivile Branchen der Industrie ohne Erdölindustrie (CMASF)*

* Produktion von Metallerzeugnissen, die nicht in anderen Gruppen enthalten sind; Computer, elektronische und optische Produkte; Luftfahrzeuge; sonstige Fahrzeuge, die nicht in anderen Gruppen enthalten sind

CMASF: Industrieproduktion im August, 29.09.26

Das Wachstum des Konsums der privaten Haushalte flaut deutlich ab

Das russische Wirtschaftsministerium berechnet auf der Basis von Rosstat-Daten zur Entwicklung des realen Umsatzes von Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie einen Indikator für den gesamten realen Verbrauch der Privaten Haushalte. Er war im Juni 2026 noch 6 Prozent höher als im Vorjahr. Im Juli schwächte sich das Wachstum auf 4,6 % ab. Im August war es mit 2,9 % nur noch rund halb so hoch wie im Juni.

Im Zeitraum Januar bis August 2026 erreichte das Wachstum dieses Indikators für die „Konsumaktivität“ im Vorjahresvergleich aber noch 4,5 %. Kommersant erinnert daran, dass der Private Konsum laut der neuen Prognose des Wirtschaftsministeriums im gesamten Jahr 2026 um 4,1 Prozent steigen wird (deutlich stärker als das Ministerium in seiner Mai-Prognose mit 1,2 Prozent erwartet hat).

Im Verlauf des Monats September hat sich der Private Verbrauch allerdings weiter abgeschwächt. Das zeigen die Daten des SberIndex: Vom 21. bis 27. September lagen die realen Konsumausgaben nur noch 1,2 % über dem Vorjahreswert, verglichen mit 1,4 % in der Vorwoche und 5,7 % im August 2026 (siehe folgende Kommersant-Abbildung).

Entwicklung der Konsumausgaben laut SberIndex
Veränderungen gegenüber Vorjahr in Prozent

violette Linie: nominale Konsumausgaben
grüne Linie: reale, inflationsbereinigte Konsumausgaben

Diagramm: Veränderung der nominalen und realen Konsumausgaben in Russland laut SberIndex gegenüber Vorjahr in Prozent, wöchentlich bis 27. September 2026, Quelle Kommersant

Kommersant; Artem Chugunov: Der private Konsum schwächt sich weiter ab, 01.10.26

Raiffeisenbank: Ein ungewöhnlich starker Rückgang nach stabilem Wachstum

Auch Stanislaw Muraschow, Chef-Volkswirt der russischen Raiffeisenbank, macht darauf aufmerksam, dass die Konsumausgaben im August für eine breite Palette von Produkten erstmals seit langem gesunken sind. Er schreibt:

„So sank beispielsweise der Umsatz im Lebensmittelhandel saisonbereinigt um 0,9 % gegenüber dem Vormonat (zuvor war seit Februar 2026 ein Wachstum zu verzeichnen).

Der Non-Food-Bereich schrumpfte den zweiten Monat in Folge, doch diesmal wird die Entwicklung nicht durch den Automobilabsatz, sondern durch andere Güter (insbesondere Bekleidung und Schuhe, Elektronik, Haushaltswaren, Arzneimittel usw.) getrieben.“

Dazu veröffentlicht die Raiffeisenbank folgende Abbildung. Sie zeigt zum einen mit der grünen Linie, wie sich laut Schätzungen der Bank der Umsatz im Einzelhandel insgesamt im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt entwickelt. Diese Gesamtentwicklung wird mit der Entwicklung des Umsatzes im Einzelhandel ohne den Pkw-Handel verglichen (schwarze Linie).

Die Verbrauchernachfrage ist gesunken,
und zwar nicht aufgrund gesunkener Autoverkäufe
saisonbereinigter Umsatz; Monat/Monat in %

Diagramm: saisonbereinigter Einzelhandelsumsatz in Russland gegenüber Vormonat in Prozent, insgesamt und ohne Pkw-Handel, bis August 2026, Quelle Raiffeisenbank

grüne Linie: Einzelhandel insgesamt; schwarze Linie: Einzelhandel ohne den Pkw-Handel

Raiffeisenbank; Stanislaw Muraschow:
Konsumausgaben: Ein vorübergehender Einbruch oder der Beginn einer sanften Landung? 02.10.26

Ein solch starker Rückgang der Konsumausgaben im Vergleich zum Vormonat wie im August erscheint Muraschow nach einer Phase stabilen Wachstums ungewöhnlich. Er erinnere an die Situation Ende 2025/Anfang 2026, als die Konsumausgaben extrem stark schwankten. Daher hält er es noch für verfrüht, von einer „sanften Landung“ der Konsumausgaben zu sprechen. Dies würde sowohl eine Reduzierung der Kreditvergabe an Konsumenten als auch eine Verlangsamung des Lohnwachstums erfordern. Die Wahrscheinlichkeit einer „sanften Landung“ bleibe jedoch hoch.

Die Reallöhne stiegen bei anhaltend niedriger Arbeitslosigkeit kräftig weiter

Die Reallöhne stiegen laut Rosstat im Juli 2026 im Jahresvergleich noch um 3,3 %, etwas schwächer als im Juni (+3,4 %). In den ersten sieben Monaten waren die Löhne real um 6 % höher als im Vorjahr. Nominal stiegen sie um 12,2 %.

Die Arbeitslosenquote lag im August bei 2,2 % und damit auf dem gleichen Niveau wie im gesamten Zeitraum Januar bis August 2026.

Denis Popov: Das moderate BIP-Wachstum wird 2026 weiter vom Konsum getragen

Der Chef-Analyst der PSB-Bank, Denis Popov, meint in seiner Analyse der August-Daten, die Verlangsamung des Wachstums der Reallöhne dürfte sich im weiteren Verlauf des Jahres 2026 angesichts der weiter steigenden Inflationsrate zwar fortsetzen. Haupttreiber des Wachstums bleibe aber dennoch der private Konsum. Die russische Wirtschaft dürfte bis zum Jahresende „ein moderates, aber positives Wachstum“ verzeichnen. Die derzeitige Beschleunigung des Wirtschaftswachstums (Anstieg der jährlichen Wachstumsrate von 0,6 % im Juli auf 0,8 % im August) ermögliche es der Zentralbank, weitere Leitzinssenkungen hinauszuzögern.

Popov bewertet die August-Konjunkturdaten zusammengefasst so:

Die leichte Beschleunigung des Wachstums der gesamtwirtschaftlichen Produktion auf 0,8 % im August war angesichts des Rückgangs der Produktion in der Industrie (dem größten Wirtschaftszweig) unerwartet, vor allem wegen der relativ schwachen Entwicklung im Groß- und Einzelhandel, zwei Branchen, die ebenfalls einen erheblichen Anteil am BIP stellen.

Der Großhandelsumsatz ging im August erstmals seit dem ersten Quartal zurück (-0,5 % im Jahresvergleich gegenüber +0,4 % im Juli).

Das jährliche Wachstum im Einzelhandel verlangsamte sich deutlich (+3,3 % im August im Jahresvergleich gegenüber +5,3 % im Juli).

Wachstumstreiber des BIP waren im August Sektoren, die seit Jahresbeginn ein relativ schwaches Wachstum verzeichnet hatten: Die Bauwirtschaft (+2,7 %), die Landwirtschaft (+6,6 %) und der Güterverkehr (+4,2 %). Es ist noch zu früh, um Schlussfolgerungen zur Nachhaltigkeit ihres Wachstums zu ziehen. Angesichts der guten Ernte dieses Jahres dürfte wohl nur die Landwirtschaft ihre positive Entwicklung fortsetzen können. Im Hinblick auf die verschlechterten Exportmöglichkeiten landwirtschaftlicher Produkte ist jedoch eine Verbesserung der Finanzlage in diesem Sektor unwahrscheinlich.

Russisches Wirtschaftsministerium: Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts und der Produktion wichtiger Branchen; Veränderungen zum Vorjahr in Prozent

Tabelle des russischen Wirtschaftsministeriums: Veränderung des realen BIP und der Produktion wichtiger Branchen gegenüber Vorjahr in Prozent, Januar bis August 2026

Finam.ru: Nach Angaben des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung wuchs das russische BIP im August um 0,8 % und im Zeitraum Januar bis August um 0,6 %; Auszug aus der Tabelle; 30.09.26

Lesetipps

Deutsch-Russische Auslandshandelskammer

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Wirtschaft insgesamt; Konjunkturdaten Januar bis August 2026

Konjunkturprognosen

Finanzpolitik; Staatshaushalt (Interfax-Berichte)

Geldpolitik, Inflation (Interfax-Berichte)

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Klaus Dormann

Autor bei ostwirtschaft.de. Berichtet über wirtschaftliche Entwicklungen in Russland und den GUS-Staaten.

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