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Armeniens Bauleistung wächst um 25%: Ausfuhren fallen um 7,9%

Armeniens Bauleistung wächst um 25%: Ausfuhren fallen um 7,9%

Armeniens Bauwirtschaft steigerte ihre Leistung von Januar bis Juli um 25% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Ausfuhren des Landes fielen im selben Zeitraum um 7,9%. Das geht aus vorläufigen Daten des armenischen Statistikkomitees hervor.

Der Index der Wirtschaftsaktivität stieg in den sieben Monaten um 7,7%. Im Juli lag er 6,5% über dem Vorjahresmonat und 4,6% über dem Juni. Nach dem ersten Halbjahr hatte der Zuwachs noch 7,9% betragen. Das Tempo lässt also leicht nach, bleibt aber hoch. ##Bau und Dienstleistungen tragen das Wachstum Die Bauleistung erreichte 369,2 Mrd. Dram, umgerechnet rund 875 Mio. Euro zum Kurs vom 2. September. Im Juli allein lag sie 26,5% über dem Vorjahresmonat. Die Industrie produzierte für 1.793,1 Mrd. Dram oder rund 4,2 Mrd. Euro, ein Plus von 9,5%. Die Dienstleistungen ohne Handel kamen auf 2.593,2 Mrd. Dram, rund 6,1 Mrd. Euro, und wuchsen um 13,2%.

Die Eurasische Entwicklungsbank ordnete die Zahlen am 31. August in ihrem wöchentlichen Makro-Überblick ein: „Die Wirtschaftsaktivität in Armenien wuchs von Januar bis Juli um 7,7% gegenüber dem Vorjahr, nach 7,9% von Januar bis Juni. Den größten Beitrag leisteten die Dienstleistungen mit 13,2%, hohe Wachstumsraten zeigten auch der Bau mit 25,0% und die Industrie mit 9,5%.“ Die Bank führt den Schub bei den Dienstleistungen auf die IT-Branche und auf Branchen zurück, die vom starken Tourismus leben. Ihre Wachstumsprognose für das Gesamtjahr beließ sie bei 6%.

Der Binnenhandel fällt aus dem Bild. Sein Umsatz erreichte 3.769,9 Mrd. Dram, rund 8,9 Mrd. Euro, und legte nur um 0,8% zu. Im Juli sank er um 0,1%. Die Verbraucherpreise stiegen von Januar bis Juli um 4,5%. ##Der Außenhandel kippt zur Einfuhrseite Der Außenhandelsumsatz erreichte 11.538,2 Mio. US-Dollar, ein Plus von 1,7%. Dahinter stehen zwei gegenläufige Bewegungen. Die Ausfuhren fielen um 7,9% auf 4.035,7 Mio. US-Dollar. Im Juli brachen sie um 15,7% ein. Die Einfuhren stiegen um 7,7% auf 7.502,5 Mio. US-Dollar, im Juli sogar um 21,5%.

Das Defizit summiert sich damit auf rund 3,5 Mrd. US-Dollar in sieben Monaten. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 6,7%. Der Staatshaushalt rechnet für 2026 mit 5,4%. Die Zentralbank Armeniens erwartet je nach Szenario 4,5% oder 4,1%. Die Weltbank rechnet mit 5,3%, der IWF mit 5,25%, die ADB und die EBRD mit je 5,5%.

Für deutsche Exporteure zählt die Einfuhrseite. Armenien kauft mehr im Ausland ein, während seine eigenen Ausfuhren wegbrechen. Bau und Industrie wachsen zweistellig und brauchen Maschinen, Anlagen und Vorprodukte. Der Sprung der Einfuhren um 21,5% im Juli zeigt, wie schnell diese Nachfrage entsteht. Dagegen steht ein Zahlungsrisiko. Fallen die Ausfuhrerlöse weiter um zweistellige Raten, finanziert das Land seine Einfuhren aus Krediten, Überweisungen und Reserven. Wer nach Armenien liefert, sollte Zahlungsziele kurz halten und die Devisenreserven der Zentralbank beobachten.

Quellen: Statistikkomitee Armeniens (EN/AM), Eurasische Entwicklungsbank, wöchentlicher Makro-Überblick vom 31. August 2026 (EN), Zentralbank Armeniens (EN).

SK, Frankfurt

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