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Armeniens Zentralbank hebt den Leitzins auf 7%: Die Inflation liegt im Oktober bei 4,3%

Armeniens Zentralbank hebt den Leitzins auf 7%: Die Inflation liegt im Oktober bei 4,3%

Armeniens Zentralbank hat ihren Refinanzierungssatz am 3. November um 0,25 Prozentpunkte auf 7% angehoben. Im Oktober lag die Inflation bei 4,3% im Jahresvergleich, meldet das armenische Statistikkomitee. Das Inflationsziel der Bank beträgt 3%, mit einer Toleranz von 1 Prozentpunkt. Die Teuerung liegt damit über der Obergrenze von 4%.

Es ist die zweite Erhöhung binnen zwei Monaten. Am 15. September hatte die Zentralbank den Satz von 6,5% auf 6,75% gesetzt. Davor hatte sie ihn seit Dezember 2025 bei 6,5% gehalten. Im Dezember 2022 hatte der Satz bei 10,75% gelegen. Ab Juni 2023 hatte die Bank ihn schrittweise gesenkt.

Nachfrage und Preise treiben die Teuerung

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen im Oktober um 5,6% im Jahresvergleich. Restaurants und Hotels verteuerten sich ebenfalls um 5,6%, Alkohol und Tabak um 7,6%. Die Verkehrspreise gaben zum Vormonat um 0,5% nach, liegen aber 2,4% über dem Vorjahr. Diese Aufschlüsselung nennt Hovak Hovakimyan, Direktor des Brokerhauses Freedom Broker Armenia, in einem Interview mit ArmBanks.am.

Hovakimyan verweist auf Signale der Zentralbank: Sie sehe anhaltende Anzeichen einer überschüssigen Nachfrage. Er rechnet nicht mit einer weiteren Erhöhung im Dezember. Sein Wortlaut vom 6. November: „Wir erwarten bei der nächsten Sitzung eine Pause beim aktuellen Satz von 7,0%.“ Die Wahrscheinlichkeit weiterer Anhebungen steige, wenn der Ölpreis hoch bleibe. Er nennt Brent mit rund 95 US-Dollar je Barrel.

Der Markt preist höhere Zinsen ein

Seit dem 15. September ist die Renditekurve für Staatsanleihen in Dram gestiegen, bis zum 4. November. Bei Laufzeiten bis zu einem Jahr legte sie um etwa 0,5 Prozentpunkte zu. Bei Laufzeiten über fünf Jahre waren es 0,6 bis 0,8 Prozentpunkte. Auch diese Angaben stammen von Hovakimyan.

Martin Galstyan, der Vorsitzende der Zentralbank, dämpfte am 29. Oktober die Sorge vor teureren Krediten. In einem Gespräch mit dem Portal Hetq sagte er, eine Zinserhöhung bedeute nicht zwangsläufig höhere Kreditpreise: „Wir werden die Veränderungen sehen, die in einem wettbewerbsintensiven Markt eintreten.“ Das Zitat stammt vom Tag vor dem Beschluss. Zur Entscheidung selbst wollte er keine Prognose abgeben.

Für deutsche Investoren und Exporteure heißt das: Finanzierungen in Dram werden teurer, vor allem am langen Ende. Wer Projekte in Armenien in Landeswährung finanziert, sollte Zinsrisiken absichern und Festzinsangebote prüfen. Exporteure, die Zahlungsziele gewähren, kalkulieren besser mit einem Dram-Leitzins von 7% als mit dem Niveau vom Frühjahr.

Quellen: Zentralbank Armeniens (EN), Statistikkomitee Armeniens (EN), ArmBanks.am und ARKA (EN)

SK, Frankfurt

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